Wer freut sich nicht an den Sternstunden, die der FC Basel in der Champions League liefert? Welcher Basler, welche Baselbieterin ist nicht wenigstens insgeheim ein wenig stolz, dass der Name der Stadt europaweit in einem solchen Licht strahlt? Man braucht kein eingefleischter Fan zu sein, um ein kleines Bisschen mitzufiebern mit dem besten Fussballclub der Schweiz. Und weil dem so ist, war die Politik in beiden Kantonen bisher äusserst handzahm, behandelte den FCB wie ein rohes Ei. Bezeichnend dafür das Nein zum Hooligan-Konkordat. Stattdessen rief man den «Basler Weg» aus, eine Mischung aus Prävention, Repression und Dialog.

So ganz scheint dieser Weg nicht zu funktionieren. Sonst hätte sich im Prattler Einwohnerrat nicht Ungehöriges zugetragen: Der FCB sowie der Schweizerische Fussballverband wurden mit Kritik eingedeckt, weil es im September zum dritten Mal Randale gegeben hat, bei denen sich gegnerische «Fans» aufs Dach gaben und erheblichen Sachschaden anrichteten. Im Einklang mit dem Gemeinderat fordert das Parlament von Klub und Verband Massnahmen gegen die Hooligans. Zum Beispiel soll der Verein diese identifizieren helfen.

Das ist wohl etwas viel verlangt. Wie soll das praktisch funktionieren? Zudem ist ein Fussballverein keine polizeiliche Behörde. Aber der Unmut, der sich in Pratteln Luft verschafft hat, muss den Club-Verantwortlichen zu denken geben. Das Eis, auf dem sich der FCB bewegt, ist dünner als gedacht.