Braucht es dieses Herzstück? Diese Frage hören wir immer wieder. Die Antwort ist einfach: Ja, dieses Herzstück ist wichtig für die ganze Region Nordwestschweiz und das angrenzende Ausland. Das Herzstück soll dereinst den Basler Bahnhof SBB und den Badischen Bahnhof unterirdisch miteinander verknüpfen. Heute ist der Bahnhof SBB ein sogenannter Endbahnhof. Das heisst, dass fast alle Züge, die hier ankommen, wenden müssen, um weiterfahren zu können. Für viele Züge ist hier sogar Endstation. Dasselbe gilt für diverse Linien des Regionalverkehrs beim Badischen Bahnhof. Für die Passagiere bedeutet das: Sie verlieren unnötig viel Zeit.

Das Herzstück soll diese Lücke im Netz zwischen den beiden Bahnhöfen schliessen und die Voraussetzungen schaffen, dass die Züge der trinationalen S-Bahn als Durchmesserlinien quer durch die Region fahren können. Davon profitieren gerade die vielen Pendlerinnen und Pendler und mit ihnen der gesamte Wirtschaftsraum der Region Basel. Das Herzstück sorgt aber auch für mehr Reisekomfort in der Freizeit.

Machen wir eine kurze Gedankenreise. Vielleicht kommen Sie gerade aus den Ferien nach Hause, landen am EuroAirport und möchten von dort nach Frenkendorf/Füllinsdorf fahren. Aktuell benötigen Sie dafür 38 Minuten Reisezeit und müssen einmal umsteigen. Mit dem Herzstück könnten Sie in nur 29 Minuten nach Hause fahren – und das ohne umzusteigen. Oder vielleicht wohnen Sie in Augst und wollen von Salina Raurica nach Riehen fahren, um die Fondation Beyeler zu besuchen. Heute dauert diese Fahrt 53 Minuten und Sie müssen einmal umsteigen. Sie ahnen es – mit dem Herzstück ginge das um einiges speditiver: eine halbe Stunde Reisezeit, kein Umsteigen.

Es sind nur zwei von unzähligen Beispielen. Aber sie zeigen deutlich: Das Herzstück bringt ganz konkreten Nutzen. Unbestritten ist zudem, dass wir in der trinationalen Agglomeration beim öffentlichen Verkehr zunehmend an Kapazitätsgrenzen stossen. Daher müssen wir unser S-Bahn-Angebot und die zugehörigen Infrastrukturen dringend weiterentwickeln – auch für kommende Generationen. Es geht hierbei nicht primär um den Verkehr innerhalb der Stadt Basel, hier sind wir mit Tram und Bussen gut aufgestellt. Es geht vielmehr um den regionalen Verkehr über Kantons- und Landesgrenzen hinweg. Hier benötigen wir deutlich mehr Kapazitäten. In Zürich ist die Durchmesserlinie bereits eine Selbstverständlichkeit, in Genf ist sie ebenfalls im Bau. Jetzt braucht es auch im dynamischsten Wirtschaftsraum der Schweiz – bei uns in der Region Basel – eine Durchmesserlinie. Denn gerade auch für die Unternehmen stellt die Erreichbarkeit einen wesentlichen Standortfaktor dar.

Wir sind mit der Planung für das Herzstück auf Kurs. Die Variante Mitte – also die direkte Verbindung zwischen Bahnhof SBB und Badischem Bahnhof – ist unbestritten, derzeit werden wichtige Fragen zur Linienführung abgeklärt. Auch politisch geniesst das Herzstück viel Rückhalt. Ende 2014 bewilligten die beiden Kantonsparlamente von Basel-Stadt und Baselland insgesamt 30 Millionen Franken für erste Projektierungsarbeiten. Ein erneut starkes Zeichen setzte letzte Woche der Grosse Rat: Er beauftragte die Basler Regierung, mit dem Bund Verhandlungen über eine Vorfinanzierung des Herzstücks aufzunehmen. Das zeigt: Wir stehen voll und ganz hinter diesem Vorhaben, auch wenn es einen langen Schnauf brauchen wird. Es ist ein Generationenprojekt, für das wir jetzt die Weichen stellen müssen.