Gesundheitsversorgung

Das Laufental braucht kein Spital mehr

Spital Laufen

Spital Laufen

Niemand sprach es gestern aus, doch letztlich bedeutet das Projekt des Gesundheitszentrums Laufental, dass der jüngste Baselbieter Bezirk sein Spital verliert. Was für eine Nachricht. Noch vor dem Scheitern der Spitalfusion Anfang Jahr hätte sie bei der Laufentaler Bevölkerung und deren politischen Vertretern ein Beben ausgelöst. Wild wäre mit dem Laufentalvertrag gefuchtelt und auf das «dauernde» Bestehen des Spitals laut Paragraf 45 gepocht worden.

Doch nichts dergleichen. Im Gegenteil: 70 Gemeinderätinnen und -räte aus allen 13 Laufentaler Gemeinden unterstützen die Streichung des stationären Angebots und die Beschränkung der Notfallstation in der Nacht auf eine «Pflegeexpertin». Das verdient Anerkennung. Nun haben also auch die Direktbetroffenen eingesehen, dass ein Spital in Laufen in der heutigen Form nicht mehr zu finanzieren ist. 5,9 Millionen Franken Defizit im vergangenen Jahr sprechen Bände.

Es ist aber auch nicht mehr nötig. Die Patientenzahlen sinken und sinken. Denn gerade für stationäre Leistungen sind die Ansprüche an die Infrastruktur gestiegen. Da kann das Gebäude des alten Feningerspitals nicht mehr mithalten. Gesundheitsdirektor Thomas Weber sagte es gestern überdeutlich: Laufen würde es schlicht nicht mehr auf die Spitalliste schaffen. Das vorgestellte ambulante Gesundheitszentrum hingegen ist zukunftsfähig. Und ein Standort näher am Bahnhof das einzig Richtige.

Paragraf 45 des Laufentalvertrags kann endlich vergessen werden.

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