Die bz hat sich eine Spielerei erlaubt. Sie hat ausgerechnet, wie der Grosse Rat aussehen würde, wenn die ganze Bevölkerung von Basel-Stadt repräsentiert würde. Das Resultat ist erschreckend: Nicht-Wähler, Kinder und Ausländer würden zwei Drittel der Sitze belegen, die etablierten Parteien den Rest.

Die Minderheit der Wählenden hat dies zu einem nicht unwesentlichen Teil mitverschuldet. Sowohl das Stimmrechtsalter 16 wie das Ausländerstimmrecht hatten an der Urne keine Chance. Bei beiden Vorlagen war die Stimmbeteiligung höher als bei den vergangenen Wahlen – und so wie es aussieht, auch bei jenen vom kommenden Sonntag. Mit anderen Worten: Einige Menschen verhinderten mehr Demokratie, um die sie sich ansonsten nicht besonders kümmern. 

Aber warum ist das so? Warum nutzen so viele Wahlberechtigte ihre Rechte nicht? Ist es die immer wieder angeführte Politverdrossenheit? Geht es uns schlicht zu gut?

In der Tat hat Basel-Stadt derzeit – ausser fehlenden Parkplätzen – nicht die ganz grossen Probleme. Und in der Tat ist die Politik dieses Kantons nicht immer von allergrösster Dynamik. Aber sich deswegen aus dem demokratischen Prozess auszuklinken, ist verantwortungslos. 

Der Verdacht liegt nahe, dass eher Faulheit oder zumindest Bequemlichkeit zur Stimmabstinenz führen. Dabei ist gerade die direkte Demokratie kein Konsumgut. Sie muss gelebt werden. Dazu braucht es ein Minimum an Interesse. Also, liebe Nicht-Wählerinnen und Nicht-Wähler, ab an die Urne. Bis Sonntag 12 Uhr bleibt Zeit.