Hans-Peter Wessels hat es wieder einmal geschafft. Der Basler SP-Verkehrsdirektor hatte bereits in der Affäre um die BVB-Million den Kopf aus der Schlinge gezogen. Es hätte Entfesslungskünsler Harry Houdini zur Ehre gereicht. Und nun geht er auch beim umstrittenen Gundelitunnel als Sieger vom Feld. Gegen den Willen seiner eigenen Sozialdemokraten hat er es vollbracht, dass eine knappe Mehrheit im Grossen Rat ein frühzeitiges Ende des 600-Millionen-Projekts verhindert hat.

Ob der Gundelitunnel als Teil einer Ringautobahn der Weisheit letzter Schluss wäre, kann ich als Laie nicht beurteilen. Ein eigentliches Denkverbot, wie von der SP gefordert, ist aber generell abzulehnen. Den Behörden muss es jederzeit möglich sein, an Lösungen für die nun mal nicht wegzudiskutierenden Verkehrsprobleme herum zu proben. Ergo war der äusserst knappe Entscheid des Basler Parlaments absolut richtig.

Störend sind andere Punkte: Zum wiederholten Mal entsteht der Eindruck, dass nicht mit offenen Karten gespielt wird. So musste die «Schweiz am Wochenende» bekannt machen, dass die Behörden hinter den Kulissen bereits an Plänen arbeiten, die deutlich weitergehen als der Gundelitunnel. Von einem eigentlichen Westring auf Stadtgebiet ist die Rede. Während der TCS informiert wurde, wusste das Parlament von nichts. Und nun – nach geschlagener Schlacht im Grossen Rat – lassen die Beteiligten bereits durchblicken, dass sie diese Pläne vorantreiben wollen. Erneut wirkt es, als erfahre das Parlament nur einen Teil der Wahrheit. Doch Wessels bleibt ein Phänomen: Noch immer hat er den Kopf aus der Schlinge gezogen. Er wird es auch dieses Mal schaffen.