Persönlich

Der Cocktail und die verflixte Zahl 13

(Symbolbild)

Im Flugzeug ist der Sitz in der Reihe 13 für manche Leute «voll scary».

(Symbolbild)

Eine Reise hat sich ja erst dann richtig gelohnt, wenn man davon erzählen kann, also in der Nachbearbeitung. Es gilt die Gleichung: Staunen der Angehörigen/Freunde/Kollegen x Zahl der Selfies vor Sehenswürdigkeiten oder mit Affe/Kamel/Papagei hoch Zahl der Facebook-Herzlein. Sonst wird das nichts mit dem Return on Investment.

Ein Café. Zwei jüngere Frauen unterhalten sich übers Reisen, in voller Lautstärke. Die eine sagt, sie würde am liebsten so schnell wie möglich wieder nach Bali, aber das sei so weit weg, und das sei blöd. «Sonst könnte man auch easy rasch über Ostern dort hin jetten.» Ja, das Fliegen sei so eine Sache, fügt sie an. Sie fliege gerne, aber sie kriege fast immer Sitze in der Reihe 13 zugeteilt («In der Reihe 13! Voll scary, nid?»). Trotzdem sei noch nie etwas passiert. Kein Absturz. Nicht mal Turbulenzen. Einfach nichts. Das sei doch komisch?

Nach einer Weile sagt die Kollegin, das sei doch gar nicht so komisch, das sei nur logisch. Fast jedes Flugzeug habe schliesslich eine Reihe 13, und dann müsste ja fast jedes Flugzeug abstürzen. «Und das wäre doch nicht gerecht für all die anderen Passagiere, nicht?» Wieder eine Pause. Dann sagt die selbst ernannte Reiseexpertin, es sei trotzdem komisch, das mit der Reihe 13. Sie sei gespannt, in welcher Reihe sie sitze, wenn sie nach Australien fliege. Dahin wolle sie als Nächstes. Sie habe gesehen, dass es dort «so einen Naturort» gebe, mit Ananas, gefüllt mit Cocktail, und das koste fast nichts. Bei uns bezahle man ja schon für einen Mini-Cocktail 18 Stutz.

Da beendete ich meine Mithöraktion. Ich bin mittlerweile fester davon überzeugt als je zuvor: Kerosin ist zu günstig. Es wird zu viel geflogen. Viel zu viel.

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