Ein mühsames Hin und Her ists in Zullwil. Vor einer Woche zog sich Roger P. Hänggi aus der Lokalpolitik zurück – und jetzt will er doch wieder Gemeindepräsident werden. Er, der nicht mehr in den Gemeinderat gewählt wurde, möchte jetzt durch die Hintertür zurück ins Amt. Ein wenig durchdachter Winkelzug.

Seinen Salto rückwärts begründet Hänggi damit, dass er zum Wohle des Dorfs handle. Zudem wolle er verhindern, dass sein alter Widersacher nicht ins Gemeindepräsidium rutscht. Gemeint ist damit Roland Häner, der 2015 aus dem Rat zurückgetreten ist. Unter anderem, weil sich die beiden überworfen hatten. Häners Komitee Pro Zullwil beteuert, dass dieser nicht fürs Gemeindepräsidium kandidieren wollte. Und momentan läufts für das Komitee gut: Bei den Wahlen schaute ein Sitz heraus.

Warum also sollte Häner aus der zweiten Reihe plötzlich wieder nach vorne drängen? Wenn er dies gewollt hätte, dann wäre die Gemeinderatswahl der richtige Zeitpunkt gewesen. Deshalb ist nicht nachvollziehbar, dass Roger P. Hänggi Roland Häner zum Showdown zwingen wollte. Wenns um eine persönliche Abrechnung geht, ist eine Gemeindepräsidiumswahl der falsche Ort. Zudem hat die Provokation nicht geklappt. So kämpfen mit ihm und Pro-Zullwil-Kandidat Hans-Rudolf Schneebeli nun zwei ums Präsidium, die vom Volk explizit nicht gewählt wurden. Das ist absurd und offensichtlich nicht im Interesse der Wählerinnen und Wähler.