Das regionale Tramnetz ist laut der Stadtbasler SVP «massiv überlastet». Ausserdem ergebe sich durch die hohe Belastung auch eine hohe Bautätigkeit, weil die Schienen laufend erneuert werden müssten. Diese Baustellen wiederum führten zu Staus. Regelmässig gebe es Verspätungen, Ausfälle und Umleitungen.

Aus dieser Erkenntnis folgert die SVP nun in einem intellektuellen Salto rückwärts, dass das Tramnetz auf keinen Fall ausgebaut werden solle. Ganz im Gegenteil, man müsse es ausdünnen. Insbesondere will die SVP keine weiteren Verbindungen zum Bahnhof oder in die Innenstadt. Statt dessen solle man «alternative Verbindungen» prüfen.

Die SVP-Logik nochmals vereinfacht: Die Trams sind überlastet, also brauchen wir weniger davon. Und schon gar nicht sollen sie dahin fahren, wo die Menschen hinwollen. Damit bewirtschaftet die SVP eines ihrer Kernanliegen: In der Innenstadt sollen weniger Trams verkehren. Wie man dann allerdings dort hin kommen soll, darauf gibt es auch in der zehnten Auflage dieser Forderung keine Antwort.

Wem das alles die Hirnwindungen noch nicht genügend verätzt hat, für den liefert die Volkspartei noch ein Sahnehäubchen: Statt Trams sollen vermehrt Busse eingesetzt werden. Die staugeplagte Stadt soll also Trams, die auf eigenen Trassen meist am Stau vorbeifahren, durch Busse ersetzen, die dann im Verkehr stecken bleiben und so selbst Teil des Staus werden.

Im Basler Bau- und Verkehrsdepartement hat man sich schon angesichts des überraschenden Baselbieter Neins zum Margarethenstich an den Kopf gefasst. Denn die Folgen für Tramnetz und Stadtplanung sind happig. Die SVP-Folgerungen daraus dürften nun wohl den einen oder anderen Verkehrsplaner endgültig zur Verzweiflung treiben.