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Der untypische Problemjugend-Thriller

«Rette mich nicht» von Rahel Hefti

«Rette mich nicht» von Rahel Hefti

Jüngster Buchkritiker der Schweiz über «Rette mich nicht»Der 15-jährige Sekundarschüler aus Muttenz betreibt als passionierter Leser und Rezensent unter josiajourdan.ch/wordpress den gut beachteten Blog «I love books». Für die bz bespricht er regelmässig Neuerscheinungen.

Die Baselbieter Autorin Rahel Hefti veröffentlicht mit «Rette mich nicht» bereits ihr viertes Buch. Mit diesem Buch kehrt sie zurück zu ihren Wurzeln. Das Buch erscheint bei der Literaturwerkstatt, bei welcher sie auch schon ihr Erstlingswerk veröffentlicht hat. Ausserdem ist es auch wieder ein Jugendbuch mit Thriller- und Liebesroman-Elementen. Dieses Buch handelt von fünf Jugendlichen, welche nicht nur die typischen Probleme von Jugendlichen durchmachen, sondern über die Handlung hinweg auch mit Mord, Stalking und Bedrohungen konfrontiert werden.

Da hätten wir zum einen Ben aus München, welcher für einige Wochen seine Tante in der Schweiz besucht, welcher mir aufgrund seiner Naivität ziemlich schnell unsympathisch wurde. Ellen, unsere Protagonistin, war mir von der ersten Seite an sympathisch, sie überzeugt mit ihrer durchweg positiven Sichtart, welche jedoch genau in den richtigen Momenten ins Wanken gerät, sodass sie sehr authentisch rüberkommt. Die anderen drei Jugendlichen ergänzen die Handlung mit ihren verschiedenen Charakteren ideal.

Die Geschichte hat mir zu Beginn gut gefallen, und dank des atmosphärischen Schreibstils der Autorin habe ich mich auch in die Geschichte hineinversetzt gefühlt. Nach einigen spannenden Szenen flaut die Spannung leider etwas ab. Zwischen Seite 150 und Seite 300 haben wir zwar gute Dialoge und einige schöne Szenen, aber es fehlte mir persönlich die Spannung, und irgendwie hat sich die Autorin teilweise auch in Momentbeschreibungen verloren, welche mir grundsätzlich gefallen, jedoch aufgrund der mangelnden Spannung Langeweile in die Handlung hineingebracht haben. Im Showdown der Geschichte ist nochmals viel Spannung aufgekommen, und ich habe das Buch nicht mehr aus den Händen legen können.

«Rette mich nicht» überzeugt mit vielschichtigen Protagonisten, einer starken Grundidee und einem ganz wunderbaren Schreibstil. Die Autorin schreibt sehr bildhaft und bringt uns die Schauplätze und Charaktere sehr nahe. Ich bin trotzdem der Meinung, dass die Geschichte auch auf weniger Seiten hätte erzählt werden können. Rahel Hefti beschreibt auf geniale Weise, wie schmal der Grad zwischen Gut und Böse ist, und schafft es auf eindrückliche Weise, uns die Gefühle der einzelnen Personen näher zu bringen. «Rette mich nicht» ist ein spannender Young-Adult-Thriller, welcher mir Spass beim Lesen bereitet hat, der aber meiner Meinung nach einige Seiten zu viel hat. Ich kann das Buch auch allen Fans von Jennifer L. Armentrout, Alice Gabathuler und Mona Kasten empfehlen.
«Rette mich nicht» von Rahel Hefti. Immensee: Literaturwerkstatt 2017. 412 Seiten.
Fr. 24.90.

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