Das Jahr 2019 ist ein Spätzünder. Fasnacht findet Mitte März, Ostern Ende April und Pfingsten Mitte Juni statt. Nur einer ist im Februar schon da: der Frühling. 15 Grad, Sonnenschein, fast jeden Tag. Das ist doch nicht normal. Aber eine super Gelegenheit, um den Grill anzuwerfen.

Der Kindersonntagsausflug führt uns deshalb zum Bröteln auf die Ruine Dorneck statt auf die Wasserfallen zum Schlitteln. Mit dem Holzkohlengrill auf dem Balkon kenne ich mich aus. Aber so ein Feuer in freier Natur ist etwas anderes. Und ich schleppe doch nicht den 5kg-Sack den Berg hoch! Zum Glück hat mir ein Kunde kürzlich das passende Werbegeschenk überreicht: ein Sackmesser. Mit diesem Werkzeug und einer alten Zeitung sollte es gehen. Als wir bei der Feuerstelle ankommen, bin ich erleichtert. Das befreundete Lehrerpaar hat schon eingefeuert. Die wissen halt, wie so etwas geht. Für das Spitzen der Äste bin ich zuständig.

Ob der Frühling bis zur Fasnacht am 11. März anhält? So sicher wäre ich mir da nicht. Was hat es geschneit am Wochenende vom 4. und 5. März 2006! 49 Zentimeter Schnee lag in der Stadt. Ich staunte, als morgens um Fünf alles weiss war. Schliesslich wollte ich nach meiner Schicht als Barkeeper in der Kuppel mit dem Militärvelo zurück ins Kleinbasel fahren. Also bahnte ich mir einen Weg durch die Schneemassen. Mit Rossbolle-Bremse und Rücktritt schaffte ich es auch, die Wettsteinbrücke unfallfrei hinter mich zu bringen. Kein Problem für einen All-Wetter-Velofahrer. Polizei und Comité überlegten sich allerdings sogar, den Morgestraich abzusagen. Die Dachlawinen hätten für Aktive und Zuschauer lebensgefährlich werden können. Aber wie die Basler halt sind, kippten sie bis zum Sonntagabend 2000 bis 3000 Tonnen Schnee in den Rhein, um den Fasnächtlern die Route zu ermöglichen.

Gut, die Fasnacht fand vor 13 Jahren eine Woche früher statt. Das muss aber nichts heissen. Laut Statistik fiel in Basel 1985 der letzte Schnee am 24. April. Auch an Ostern am 21. April könnte uns also ein Schäumchen treffen. Wundern würde es niemand. Wie oft war es an Weihnachten wärmer als am sogenannten Auferstehungsfest? Mal sehen, ob der Osterhase dieses Jahr kurze Hosen oder Skianzug trägt. Schneefälle ab Mitte April sind allerdings selten. Dass es immer wärmer wird, ist auch nicht neu. Um es wieder in die Worte des Bundesamtes für Statistik zu fassen: In den vergangenen 100 Jahren ist das Temperatur-Mittel in Basel pro Dekade um 0,17 Grad angestiegen, die Durchschnittstemperatur hat sich also um 1,7 Grad Celsius erhöht. Was mich anbelangt: Nächste Woche mache ich mich auf ins sonnige Kalifornien. Und wenn ich zurückkomme, geniesse ich die Fasnacht. Bei jedem Wetter.