Die Chefärzte am Kantonsspital Baselland (KSBL) sind frustriert. Wenn auch schon vor zwei Monaten, so doch viel zu spät, haben sie ihre Bedenken gegen die geplante Spitalgruppe angemeldet. Das ausführliche Schreiben, das zu einer ergebnislosen Aussprache mit der Spitalleitung geführt hat, zeigt vor allem eines auf: Die Stimmung ist schlecht, die Verunsicherung gross. Viele Kaderärzte suchen das Weite, wie jüngst Urologie-Chef Thomas Gasser, dessen Abgang eine eigentliche Kettenreaktion bei den Urologen auslöste.

Für die Chefärzte ist klar: Wenn nach fünf Jahren nicht einmal die interne Fusion der drei Standorte Liestal, Bruderholz und Laufen richtig gelungen ist, wie soll dann der Zusammenschluss mit dem Unispital klappen?

Bei allem Respekt vor den Kenntnissen der schwierigen internen Abläufe im KSBL, welche die Chefärzte haben: Als Argument gegen die Spitalgruppe taugen sie wenig. Erst ein Spital auf der grünen Wiese zu bauen, um dann auf Augenhöhe allenfalls mit dem Unispital zu fusionieren, ist kein ernstzunehmender Lösungsansatz. Der Vorschlag ist weder finanzierbar, noch politisch durchsetzbar. Man wird den Verdacht nicht los, dass es ihnen nicht nur um das Wohl des Spitals geht, sondern auch um ihr eigenes. Schliesslich fallen mit der Spitalgruppe Königreiche, und gehen Pfründe verloren.

Das heisst aber nicht, dass die Verantwortlichen die Einwände nicht ernst nehmen müssen. Die Zeit drängt, und die Spitalgruppe wankt im politischen Gegenwind bereits bedrohlich. Interne Querelen sind in dieser Situation wenig hilfreich.