Natürlich kann man jetzt schadenfreudig kalauern: Hintermann nimmt Hintertür. Wer bringt nun Reinach auf Vordermann? Der König nimmt sich aus dem Spiel. Presi steckt Kopf in den Sand respektive Schlamm. Nur: Was in Reinach passiert, kann überall passieren. Hintermann ist jedermann, Seldwyla lässt grüssen. Es raucht, weil es menschelt. Wehret den Anfängen. Da entflammt eine Betreuerin im Asylheim zu einem 17-Jährigen in Liebe. Da läuft eine andere Betreuerin hinzu und sieht den Funken ins Heimdach überspringen – und niemand greift entschieden zum Feuerlöscher.

Schon züngeln die emotionalen Flämmchen auf die Verwaltung über, beschleunigt durch mediale Sturmwinde, die durch alle Ritzen flitzen. Das sind vorzügliche Ingredienzen für eine kommunale Soap-Opera. In Kürze mottet und qualmt es. Die Augen und die Herzen tränen. Der Rauch vernebelt die Hirne. Freund und Feind geistern durcheinander. Die rauchvergiftete Linke stolpert auf der verzweifelten Suche nach Gerechtigkeit über sich selbst. Jede und jeder giesst im Dusel sein eigenes Öl ins Feuer – das Öl der Eitelkeit, der verletzten Ehre, der Engstirnigkeit. Man kann nicht anders, weil man nicht anders kann. Das Hirn schützt sich vor sich selbst, indem es den Zünzeler gesetzmässig im andern sucht.

Am Anfang war die Liebe, am Schluss geht es – wie meist – um Macht und Ohnmacht. Kommunikation ist eine Kunst, im rechten Moment das rechte Wort zu finden, eine Gnade. Urs Hintermann schweigt. Schade. Nur wer über sich selbst lachen kann, entkommt diesem kleinen Inferno. Doch wer kann das schon? Schadenfreude ist fehl am Platz. Der Umgang mit Zündhölzern und das Lachen über sich selbst wollen früh geübt sein, am besten bereits im Kindergarten, denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans bekanntlich nimmermehr.