Nur gut ein Drittel der bezahlten Arbeit wird von Frauen übernommen. Das ist bei 26 Kantonen Platz 24 und deutlich zu wenig.

Dank dem Gleichstellungsbericht ist dies nun bekannt. Doch was nützt es, wenn die Verantwortlichen rund um Regierungsrat Anton Lauber nicht sofort reagieren, sondern erst einen langwierigen Feedbackprozess einläuten wollen? Von konkreten Massnahmen keine Spur. Dabei sind die Problemfelder erkannt. In Baselland gibt es beispielsweise noch deutlich zu wenig Krippenplätze. Ausserdem sind sie oft nicht attraktiv genug, um Frauen dazu zu bringen, im Job mit einem hohen Pensum weiterzuarbeiten.

Hier rächt sich, dass sich die politischen Kräfte beim Gesetz über die familienergänzende Kinderbetreuung in Baselland über Jahre aufgerieben haben. Noch immer ist es nicht in Kraft. Und selbst dann ist die Gefahr gross, dass viele Gemeinden ihre Infrastruktur nur minimal ausbauen, weil nur sie selbst ihren Bedarf abklären müssen. Ohne die Gemeindeautonomie über die Massen zu beschneiden, wäre hier mehr Mut und mehr Druck nötig gewesen.

Diese Behäbigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch die Baselbieter Politik. Ein Platz in Sachen Gleichstellung unter den Top 8, wie ihn die Regierung will, ist da reine Utopie.