Die Veranstalter der Fantasy Basel scheinen eine Marktlücke in einem boomenden Umfeld entdeckt zu haben und bauen ihre Stellung mit geschickten Schachzügen rasch aus. «Game of Thrones» und «The Big Bang Theory» sind zwei Kult-Formate, die eine sowohl grosse als auch treue Fangemeinde besitzen. Youtube-Stars ihrerseits haben ebenfalls das Potenzial, Tausende Fans nach Basel zu locken. Und mit den bunten, kuriosen Kostümen der Cosplay-Charaktere bietet die Messe Besuchern und Fotografen jede Menge optische Reize.

Um das Potenzial der Veranstaltung abschätzen zu können, reicht aber auch ein Blick auf die nackten Zahlen. So erzielt alleine die Game-Branche jährliche Umsatzzahlen von 90 Milliarden Dollar – also wesentlich mehr, als die geschätzten 38 Milliarden Dollar, die 2015 weltweit mit Uhren umgesetzt wurden. Und auch der Kunst-Markt mit geschätzten Jahresumsätzen von 14 Milliarden Dollar bleibt weit abgeschlagen. So gesehen darf eine Game-Messe im Hinblick auf ihr Potenzial locker mit Baselworld und Art Basel verglichen werden.

Selbstverständlich hinkt der Vergleich mit diesen beiden weltweiten Top-Events, da es sich bei der Fantasy Basel um eine lokale Veranstaltung und nicht um einen Anlass mit weltweiter Ausstrahlung handelt. So gesehen drängt sich eher ein Vergleich zur Publikumsmesse Muba auf – und diese ist für die Fantasy Basel in Reichweite. Ein Besucherwachstum um 50 Prozent und eine Verdoppelung der Ausstellungsfläche deuten darauf hin, ebenso die massiv höhere Präsenz in den sozialen Medien.

So wurde der am Freitag publizierte Eintrag über die Verpflichtung von «Big Bang Theory»-Star Kevin Sussman innert weniger Stunden 550-mal mit Like markiert und über 70-mal geteilt. Im Vergleich dazu erhielt der letzte Muba-Facebook-Beitrag 85 Likes und wurde lediglich elfmal geteilt.

Natürlich haben solche Vergleiche eine beschränkte Aussagekraft und sind keinesfalls Beweise für einen sicheren Aufstieg – aber ich bin zuversichtlich, dass da ein neuer Publikumsmagnet am Heranwachsen ist, der in einigen Jahren nicht mehr aus Basel wegzudenken ist.