Natürlich ist es deutlich einfacher, über Parkplätze zu reden als über den Kampf gegen steigende Gesundheitskosten. Und natürlich ist es mühsamer, sich mit der Steuervorlage 17 zu befassen, als einen ewigen Krieg zwischen Wohnen und Gewerbe auszutragen. Vielleicht wollen sich die Basler Parlamentarier hier profilieren und geben sich bei diesen publikumswirksamen Themen gerne mit träfen Kommentaren und süffigen Zwischenfragen volksnah.

Es ist mit ein Grund dafür, dass wichtige Geschäfte liegen bleiben. Dabei stehen für den Kanton entscheidende Debatten an: Die kantonale Umsetzung der Unternehmenssteuerreform, das Ozeanium und die Spitalfusion sind da nur die vordersten. Daneben drohen vermeintlich kleinere Sachgeschäfte unterzugehen.

Es sind diese Themen, die das Milizsystem an seine Grenzen bringen. Das Aufbereiten von Berichten und Ratschlägen, die manchmal zwischen hundert und zweihundert Seiten umfassen, noch dazu in zuweilen zerstrittenen Kommissionen, ist nur die eine Seite. Die andere ist es, die Vorlagen zu kennen, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese dann in der Abstimmung zum Ausdruck zu bringen.

Das Parlament hat es verpasst, Geschäfte zu priorisieren und streng in Kommissionen zu trennen. Es ist sicher nicht im Sinne der Wählerinnen und Wähler, dass wegen der Selbstdarstellung einiger Grossräte und überemotional geführten Debatten zu nichtigen Geschäften jetzt ein Chaos dort droht, wo es wirklich drauf ankommt.