Macht ein Baum Lärm, wenn er umfällt und niemand hört zu? Blöde Frage. Und die noch blödere Anschlussfrage: Ist der Baum ohne Lärm und Zuschauerin überhaupt umgefallen? Die Antwort auf Letzteres lautet: Noch nicht, aber das kommt bald. Denn vor Basels Haustüre steht ein ganzer Wald, Sie haben seinen Namen vielleicht schon einmal gehört, er klingt wie der Bruce-Willis-Weihnachstfilm, in dem heftig gestorben wird.

Von besagtem Wald wird ein Drittel fallen, in Zahlen sind das 2000 Bäume. Die Förster helfen nach, weil die Buchen und Fichten bereits tot sind – eingegangen im Terrorsommer 2018. Man konnte das nachlesen, auf einem papierdünnen Stück toten Holzes: Bäume «litzt» es also wirklich, auch wenn es niemand wahrhaben will.

Ich mag die Hard nicht besonders, obwohl meine Mutter auf dem Weg zur Entbindung im «Waldhaus» einkehrte. Und meine Grossmutter zu Weihnachten jeweils losfuhr, um eine Rottanne aus dem Stadtwald zu beziehen – mit ihrem Citroën 2CV. Eine Explosion aus Nadeln und Ästen in einer Blechbüchse, man muss sich das vorstellen. Das heisst, ich muss es nicht, ich war dabei: auf dem Rücksitz, mit dem Baum.

Wenn ich es mir recht überlege, dann hänge ich wohl doch an diesem Wald, durch den die Kantonsstrasse vierspurig ausgebaut werden soll. Und sei es nur darum, weil er mich daran erinnert, dass ich mich früher nur über das Wetter ärgern musste und nicht über das Klima – also mich selbst. Jetzt knirsche ich mit den Zähnen (Saharastaub!), wenn ich mir zu Weihnachten einen verregneten Sommer wünsche – und kein «Die Hard 2» für die Region Basel.

Aber wer hört schon zu.