Es ist natürlich Zufall, dass gleichentags erst das Drummeli eine Baselland-Offensive ankündigte und dann die Liestaler Rotstab-Clique ihren Verzicht auf die Strassenfasnacht bekannt gab. Und ebenso ein Zufall ist es, dass Heiri, der Schnitzelrapper aus dem Baselbiet (angeblich), der bz ein Interview gab. Daraus zu schliessen, dass sich die beiden Basel nicht einmal mehr ihre Fasnachten gönnen mögen, wäre eine gehörige Überinterpretation. Aber es gibt einen Zusammenhang. Er heisst Zeitgeist.

Die Fasnacht und die zahlreichen Veranstaltungen im Vorfeld werden zunehmend als Event betrachtet. Als einer unter vielen. Das gilt selbst für die beste, traditionsreichste, besinnlichste, intelligenteste und fantasievollste Fasnacht überhaupt, jene von Basel. Das Unesco-Label, so ehrenvoll es ist, wird diesem Trend eher noch Vorschub leisten. Es sind die Aktiven, die den wahren Geist der Fasnacht versprühen und beleben, den immer weniger Zuschauerinnen und Zuschauer überhaupt kennenlernen wollen. Statt Staunen und Spüren, Saufen und Grölen.

In Liestal scheint man bereits weiter zu sein. Dass die Rotstab-Clique den Bettel hinwirft, eine der renommiertesten Formationen nicht mehr Trommeln und Pfeifen will, um die Party nicht zu stören, dann ist die Fasnacht im Stedtli ernsthaft krank. Im besten Fall handelt es sich um einen Einzelfall, im schlechtesten um den Beginn einer Epidemie. Kur gibt es nur eine: Die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler in Stadt und Land müssen die Hauptrolle für sich reklamieren.