Die Idee ist lobenswert. Seit einigen Tagen ist im Lichthof des Basler Bau- und Verkehrsdepartements die Ausstellung «Open IBA» zu sehen. Sie informiert über die über hundertjährige Geschichte der deutschen Internationalen Baustellungen und thematisiert in diesem Rahmen auch die aktuelle trinationale IBA Basel 2020.

Deutlich wird aber auch, weshalb die hiesige IBA mit den älteren Ausgaben in Deutschland nicht andeutungsweise konkurrieren kann. Ist die IBA im Raum Basel eine auf architekturaffine Kreise beschränkte, abstrakte Insider-Veranstaltung mit wenig Bautätigkeiten, hat sie in Hamburg oder im Ruhrgebiet ganzen Regionen grundlegend verändert.

In Hamburg wagte die IBA mit der Entwicklung der südlichen Problemviertel den Weg über die Elbe. Allein im Präsentationsjahr 2013 besuchten mehr als 420 000 Menschen die Bauausstellung. Im Ruhrgebiet gelang es mit der IBA Emscher Park dem Ruhrgebiet mit 117 Projekten nach seinem industriellen Niedergang Impulse für einen konzeptionellen Strukturwandel zu geben.

Auch die Zahlen sind eindrücklich. So löste die IBA in Hamburg öffentliche Investitionen in Höhe von 300 Millionen Euro aus. Dazu kamen mehr als 700 Millionen Euro von Privaten. Da muten die rund zwölf Millionen Franken, die die IBA Basel für ihr zehnjähriges Engagement zur Verfügung stehen, mehr als bescheiden an. Kein Wunder, dass so wenig Leute wissen, was die IBA macht und sich die Frage stellt, was nach ihrem Ende 2020 bleiben wird.

Die IBA-Projektliste ist umfangreich. 32 Vorhaben finden sich auf der Website, unterschieden nach den Kategorien labelisiert, nominiert und vornominiert. Bei etlichen hat man den Eindruck, dass die IBA sich mit fremden Federn schmückt, andere sind noch aufgelistet, aber bereits politisch beerdigt.

So begannen die Planungen für die 3er-Tramverlängerung schon Jahre vor dem Start der IBA 2010. Auch die Gewinner der Ausschreibung für die Schweizer Seite der Rheinuferpromenade von Basel St. Johann nach Huningue (F) wurden bereits 2007 vorgestellt . Und ob es für die ewige Geschichte der Hochrhein-Elektrifizierung zwischen Basel und Schaffhausen wirklich auch noch die IBA braucht?

Die Linienschiffahrt auf dem Rhein hat der Basler Regierungsrat schon 2016 zu den Akten gelegt. Die Haltestelle Am Zoll Lörrach/Riehen ist mit dem Bau des neuen Lörracher Zentralklinikums nicht mehr realistisch, weil eine weitere Haltestelle nicht möglich ist. Bleibt der IBA die Rolle als Vermittler und Koordinator – ein strahlender Leuchtturm mit viel Aussenwirkung wird sie nicht mehr.

Ausstellung Open IBA, Bau- und Verkehrsdepartement, Münsterplatz 11, Mo-Fr, 8-17 Uhr.

peter.schenk@bzbasel.ch