Die Steuereinnahmen sprudeln in diesem finanzpolitischen Schlaraffenland bis mindestens 2020, sodass Eva Herzog (oder ihre Nachfolge) einen massiv grössern Staatssäckel anschaffen muss. Hunderte Millionen Franken wird sich Basel-Stadt die nächsten Jahre zusätzlich ansparen. So sich die Pharmariesen nicht als Klumpenrisiko erweisen. Einen kleinen Vorgeschmack gibt der geplante Stellenabbau bei Roche. 

Vielleicht bockt die sozialdemokratische Finanzministerin auch deshalb wie einst Otto Stich im Bundesrat, wenn es um Steuersenkungen geht. Doch ebendiese Rufe werden immer lauter. Natürlich, es ist Wahlkampf, weshalb der politische Gegner mit Maximalforderungen versucht, die aktuelle Regierung in die Enge zu treiben und gleichzeitig potenzielle Wählerinnen und Wähler anzusprechen.

Doch selbst im eigenen Lager sind entsprechende Stimmen zu hören. Zaghaft zwar, und mit vielen Wenn und Aber versehen. Noch. Denn der Damm wird brechen. Selbst wenn die Unternehmenssteuerreform III, die letzte Verteidigungslinie Herzogs, zu massiven Ausfällen führen sollte, wird das die Haushaltskasse mittelfristig verkraften können. Was danach kommt, interessiert die Politik eher selten.

Demnächst zum grossen Thema wird hingegen die künftige Finanzierung der Universität. Der klamme Kanton Baselland will von Parität plötzlich nichts mehr wissen. Bereits gehen gewisse Parteien in Stellung und fordern Zahlungskürzungen von bis zu 70 Millionen Franken. Aus Sicht des Stadtkantons gibt es am heutigen Schlüssel nichts zu rütteln. Zumindest offiziell. Doch das Funkeln der überquellenden Schatztruhe überstrahlt jede Prinzipienreiterei. Basel-Stadt wird dem Land zumindest vorübergehend unter die Arme greifen müssen. Wahrlich, Erfolg macht das Leben einer Finanzdirektorin auch nicht leichter.