Die sich seit Jahren hinziehende ZAK-Affäre sorgt für eine späte Eruption. Diesmal zwischen den Gewerkschaften, die sich den Schwarzen Peter zuspielen. Auslöser der Schlammschlacht innerhalb der linken Sozialpartner ist ironischerweise ein Vorstoss des höchsten Sozialdemokraten im Baselbiet, SP-Kantonalpräsident Adil Koller.

War die ZAK-Affäre bisher stets eine Steilvorlage für die linke Opposition gewesen, die Wirtschaftskammer und damit die politische Rechte anzugreifen, gleichzeitig aber die eigene Rolle auszublenden, haben die Gewerkschaften die Schonzeit der Linken eigenhändig beendet. Alleine diese Vorgänge belegen, wie nötig die mit zunehmender Ungeduld geforderte Aufarbeitung der Ungereimtheiten rund um die Schwarzarbeitskontrolle ist. Je länger damit zugewartet wird, desto grösser der Kollateralschaden.

Allfällige Uneinigkeit über die besten Instrumente und Methoden dieser Aufklärung müssen dem Ziel, das verloren gegangene öffentliche Vertrauen zurückzugewinnen, untergeordnet werden. Wobei man völlig illusionslos feststellen kann: Gewiss gibt es Kreise, die ein Interesse daran haben, die Untersuchungen möglichst lange hinauszuzögern.

Die viel zitierte «lückenlose Aufklärung» darf nicht zur Befriedigung niederer Revanchegelüste oder zur Spaltung der Baselbieter Linken vor den anstehenden Gesamterneuerungswahlen missbraucht werden. Sie muss dazu dienen, den Systemfehler zu erkennen, um eine Wiederholung derartiger Mechanismen in künftigen Gesetzgebungsprozessen zu verhindern. Momentan geschieht jedoch das genaue Gegenteil.