Möchten Sie einen hornlosen Yoda-Sohn von einer frischgekalbten Mr.-Savage-Tochter? Haben Sie Interesse an einer John-Deere-Kleinballenpresse 359? Oder doch lieber eine Montbéliarde-Tochter, deren Mutter in der ersten Laktation den Wert von 6682 erreicht hat?

Eigentlich war ich auf der Suche nach einer Familie, die ihren Bauernhof aufgeben muss, weil niemand den Betrieb weiterführen will. Deshalb habe ich mich in einer Social-Media-Gruppe angemeldet und einen entsprechenden Aufruf gemacht. Das hat zwar nicht geklappt. Aber seither erhalte ich mit verlässlicher Regelmässigkeit Angebote aus der Welt der Landwirtschaft. Manchmal sind sie ganz profan: etwa ein Anhänger für den Transport von Tieren oder die Kleinballenpresse von John Deere.

Manchmal sind sie aber lebendig, wie etwa der eingangs erwähnte Yoda-Sohn. Dann wird es richtig spannend: Welches Kuhkalb stammt von welcher Mutter und von welchem Vater ab? Wie hoch ist die Milchleistung der Mutter? So ganz blicke ich zwar nicht durch, was das alles bedeutet. Und warum es nun gut ist, ein Yoda-Sohn zu sein. Oder wie viel denn bei der ersten Laktation ein guter Wert ist. Aber ich lerne mit jeder Annonce in der Facebook-Gruppe etwas mehr. Und so erschliesst sich mir nach und nach die Welt der Landwirtschaft. Nicht die grossen Zusammenhänge mitsamt politischen Grabenkämpfen. Sondern die kleinen hübschen Details.

Deshalb lasse ich an dieser Stelle auch offen, was denn genau die erste Laktation ist oder was es mit diesen Yoda-Söhnen auf sich hat. Damit auch Sie das Mysterium Landwirtschaft von Grund auf erforschen können. Es lohnt sich.