Der Landbasler

Die Uni ist der Leuchtturm der Region

Universität Basel

Universität Basel

Thomas Schweizer versucht, die Basler Uni-Finanzierung zu verstehen. Der Autor ist ein ehemaliger Lehrer am Basler Gymnasium Bäumlihof und heute als Buchautor und Literat tätig. Er lebt in Füllinsdorf.

Als das schneidige Baselbieter Studentlein – natürlich ich – ab 1960 versucht hatte, die Uni unsicher zu machen, war sie noch weit davon entfernt, die «Universität beider Basel» zu sein. Ja, sie zeigte mir gleichgültig die kalte Schulter, und nur eine liebe Freundin bewahrte mich durch gutes Zureden vom Totalschaden des Absturzes. Dabei hatte alles so gut begonnen: Beim ersten Mal im Seminar über Bert Brechts episches Theater setzte ich mich neben einen, wie mir schien, älteren Studenten und stellte mich vor. Freundlich gab er zurück: «U ig bi dr Hans Saner.» Später wurde er ein bekannter Philosoph und Nachlassverwalter von Karl Jaspers. Es hätte also etwas aus mir werden können, doch obsi ging’s nur mit der Universität.

Aber ich hatte mit wachsender Freude die Fortschritte aus dem Baselbiet verfolgt, die schliesslich, nach zähem Ringen, zum Uni-Kanton Baselland führen sollten. Beteiligt an diesen Bemühungen waren auch einige meiner Weggefährten, erfahrene und junge Politiker, zum grossen Teil aus der FDP. Ob das die heutige Partei noch weiss?

Unsere Universität wird jetzt, neben Bundesgeldern, paritätisch von den beiden Basel finanziert. Nun zeigen sich plötzlich dunkle Schatten auf diesem Glanzstück partnerschaftlicher Errungenschaft. Darum sei festgehalten: Ohne uns das stets bewusst zu sein, ist die Universität eine für alle unentbehrliche Begleiterin im täglichen Leben. Ärzte, Ingenieure, Architekten, Juristen, Betriebswirtschaftler, Biologen, Lehrer, Pfarrer, Kunsthistoriker, Finanzfach- und Medienleute, dazu viele weitere Berufe von «Gstudierten», erhalten ihre Ausbildung an den Hochschulen. Forschung und Lehre sind die Domänen, die eine Universität auszeichnen. Das ist die eine Seite. Die andere ist die finanzielle Ausgestaltung.

Wir kennen nur zu gut die monetäre Schieflage von Baselland. Schwierig, sie wieder ins Lot zu bringen. Sparen ist das Gebot der Stunde. Verständlich. Aber wie und wo? Sicher darf man die Gedankenarbeit für eine andersartige Finanzierung der Uni nicht verweigern. Dennoch habe ich mit Missbehagen den kürzlich von der FDP verkündeten Vorschlag und das Gutachten aufgenommen. Beide sind für mich undurchschaubar und tragen der Bedeutung der Uni zu wenig Rechnung. Wenn sie zum Ziele haben, die Exzellenz einer Volluniversität zu garantieren, ist es ja gut. Aber Zweifel sind angebracht, denn wenn ein Absinken ins Provinzielle droht, ist fertig lustig. Das darf sich unsere Region schlicht nicht leisten.

Nun wurde aus dem «schneidigen Studentlein» wie angetönt weder ein Forscher noch ein Philosoph. Aber ich stehe treu zur Universität und bin auch Mitglied des Fördervereins. Die Uni Basel ist zu wichtig, zu sehr ein Leuchtturm der Region, zu sehr mit uns allen verbunden, als dass sie zum Spielball der Politik werden darf. Es geht gewiss um viel Geld, das aufgewendet werden muss, aber wissenschaftliche Forschung und Lehre geben uns noch mehr zurück. Darum brauchen wir eine hochklassige, leuchtende Universität.

Meistgesehen

Artboard 1