Kommentar

Die Universität handelt richtig

Das Kollegiengebäude der Uni Basel am Petersplatz.

Das Kollegiengebäude der Uni Basel am Petersplatz.

Die Universität Basel besetzt offene Professuren vorübergehend nicht – und handelt damit genau richtig. Etwas anderes als Abwarten bleibt ihr angesichts der aktuellen Situation auch gar nicht übrig.

Es ist noch nicht sicher, wie viel Geld die Universität Basel ab 2018 zur Verfügung hat. Der Grund: Im 80-Millionen-Deal haben sich Basel-Stadt und Baselland geeinigt, in der Leistungsperiode 2018 bis 2021 das Defizit bei der Uni gemeinsam zu reduzieren.

Die Nicht-Besetzung von Professuren macht die Universität Basel wohl nicht gerade zum beliebten Arbeitgeber bei Akademikern. Sie wendet damit aber einen grösseren Reputationsschaden ab. Man stelle sich vor, die Unileitung engagierte einen Spitzenbiologen für die vakante Botanik-Professur. Sollte ab 2018 tatsächlich weniger Geld im Uni-Kässeli liegen, müsste man sich unter Umständen bereits wieder vom Zuzug trennen. Basel als Schleudersitz – die besten Akademiker wären kaum bereit, darauf Platz zu nehmen. 

Auch sollte die Universität nicht auf einen günstigeren Akademiker setzen und damit mögliche Qualitätseinbussen in Kauf nehmen – da hat Jean-Luc Nordmann vom Förderverein der Universität recht. Ebenso unsinnig wäre es, wenn Basel-Stadt die Finanzierung von Professuren einseitig übernehmen würde. Das Signal an den Landkanton wäre fatal, man würde sich erpressbar machen. 

Aus all diesen Gründen ist das Vorgehen der Unileitung nachvollziehbar – so sehr es schmerzt. Um der ungemütlichen Situation zu entkommen, braucht die Universität nun möglichst bald Planungssicherheit. Die Verhandlungen zwischen Basel-Stadt und Baselland über die Leistungsperiode 2018 bis 2021 müssen möglichst rasch zu Ergebnissen führen, damit die Universität weiss, mit wie viel Budget sie auf dem «Transfermarkt» neue Professorinnen und Professoren anwerben kann.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1