Mit dem neuen Bahnanschluss sollen die Passagierzahlen des Euro-Airport (EAP)nur um eine knappe halbe Million zulegen. Die in den Unterlagen zum Mitwirkungsverfahren des 250 Millionen-Euro-Projekts genannten Zahlen sind unglaubwürdig. Mehrere Ballungsräume werden mit dem Zug besser mit dem EAP verbunden und somit für den Flughafen erheblich besser erschlossen. Das wird sich vor allem in Frankreich bemerkbar machen, von wo künftig immerhin 1,7 Millionen Fluggäste mit dem Zug anreisen sollen.

Es drängt sich der Eindruck auf, dass die Auswirkungen des Bahnanschlusses klein geredet werden, um auch den Widerstand dagegen gering zu halten. Dazu passt die Behauptung, dass der Lärmpegel durch die neuen Passagiere nur so gering ansteigen soll, dass das nicht wahrnehmbar sei. Man muss kein Spezialist sein, um sich auszumalen, dass der Flughafen mit einer guten öV-Anbindung für immer mehr Fluggäste aus immer grösserer Entfernung attraktiver wird.

2017 hatte der EAP 7,9 Millionen Passagiere. 2030 sollen es zwischen 11 und 13 Millionen sein. Der Bahnanschluss wird diese Entwicklung forcieren. Da seine Finanzierung noch nicht gesichert ist, verwundert es, dass seine Bedeutung in den Mitwirkungsunterlagen nicht klarer betont wird. Kritik erntet er auch mit den schön gerechneten Zuwachszahlen. Merkwürdig ist, dass der VCS den Zusammenhang zwischen dem Herzstück Regio-S-Bahn und dem Bahnanschluss leugnet. Das neue S-Bahn-System macht nur Sinn, wenn es auch zum EAP fährt.