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Die Zeit ist reif für ein U-Abo plus

Dass der Gültigkeitsbereich des jetzigen U-Abos in Tecknau und Läufelfingen endet, wird von Pendlern als störende Anomalie angesehen. (Archivbild)

Dass der Gültigkeitsbereich des jetzigen U-Abos in Tecknau und Läufelfingen endet, wird von Pendlern als störende Anomalie angesehen. (Archivbild)

Der Erfolg des U-Abos lag stets in dessen Einfachheit begründet; also in der Idee eines Einheitsabos für einen ganzen Verkehrsraum. Dieses Prinzip ist inzwischen in die DNA der Nordwestschweizer ÖV-Benutzer übergegangen: Sagenhafte 30 Prozent der Bevölkerung sind U-Abo-Besitzer. Doch jetzt ist die Zeit reif für eine Angebotserweiterung: also zum Beispiel für ein «U-Abo plus» mit S-Bahn-Gültigkeit bis Olten. Dass
der Gültigkeitsbereich des jetzigen U-Abos in Tecknau und Läufelfingen endet, wird von Pendlern als störende Anomalie angesehen. Selbstverständlich entspringen politische Forderungen nach Streckenausweitung Oberbaselbieter Partikularinteressen, doch decken sich diese mit einem weit verbreiteten Kundenbedürfnis.

Oft wird die Befürchtung geäussert, die Einführung eines U-Abos, bei dem man zwischen unterschiedlichen Zonen auswählen kann/muss, könnte die Kundschaft überfordern und wäre der Anfang vom Ende des Erfolgsmodells. Mit Verlaub: Wer im Jahr 2020 zwischen Dutzenden von Pay-TV-Angeboten auszuwählen versteht, wird auch mit der Unterscheidung von Standard-U-Abo und U-Abo plus zurechtkommen. Eine Einschränkung gilt indes: Wer sich ein U-Abo plus wünscht, muss bereit sein, den realen Mehrpreis dafür zu bezahlen. Dieser läge wohl nur knapp unterhalb der jetzt schon für diese Verlängerung erhältlichen SBB-Modulabos. Denn das Abwälzen solcher Mehrkosten auf alle anderen U-Abo-Besitzer wäre tatsächlich der Anfang vom Ende.

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