Mein Leben im Dreiland

Doch lieber in den Park der Sinne

Im Balanciergarten können Kinder und Erwachsene das Gleichgewicht trainieren. Er fordert dazu heraus, die eigene aufrechte Haltung zu erfühlen, zu stabilisieren und das Gleichgewicht zu halten.

Im Balanciergarten können Kinder und Erwachsene das Gleichgewicht trainieren. Er fordert dazu heraus, die eigene aufrechte Haltung zu erfühlen, zu stabilisieren und das Gleichgewicht zu halten.

Ich liebe es, im Dreiland kleine Ausflüge und Wanderungen zu machen. Ich weiss, mit den Alpen ist das nicht zu vergleichen, aber von den Mittelgebirgen in der Region Jura, Schwarzwald und Vogesen gefällt mir der französische Höhenzug mit Abstand am besten. Irgendwie ist dort alles ein wenig wilder und nicht so domestiziert – und das liebe ich.

Der höchste Berg in den Vogesen ist mit 1424 Metern der Grand-Ballon. Seit Wochen bekomme ich regelmässig Mails von den Organisatoren des «Montée du Grand Ballon», der am Sonntag, den 12. Juni, auf den Gipfel führt. Für die erwachsenen Männer sind bei dem Berglauf auf 13,2 Kilometern Länge 1231 Höhenmeter zurückzulegen.

Bis zum 8. Juni um Mitternacht kann man sich einschreiben, aber abgesehen davon, dass ich die dafür erforderlichen ärztlichen Atteste und Lizenzen nicht habe, reizt es mich wenig, mir die Lunge aus dem Leib zu rennen – Wandern ist mir lieber. Beim Joggen sind mir grosse Höhenunterschiede nicht willkommen. Übrigens kommt laut Medienmitteilung auch die Schweizer Nationalmannschaft an den Lauf – als Ausscheidung für die nächsten Weltmeisterschaften in Bulgarien. Wie dem auch sei, ich werde den Grand Ballon am nächsten Sonntag meiden und mich vielleicht Richtung Schwarzwald aufmachen.

Seit 2011 gab es für den Hochblauen, den Aussichtsberg über dem Markgräflerland, an Sonn- und Feiertagen einen Wanderbus der Südwestdeutschen Verkehrsaktiengesellschaft (SWEG), der von Kandern aus in die Höhe fuhr. Leider kostete der SWEG der Service zu viel Geld und sie stellte ihn ein, wie die «Badische Zeitung» kürzlich berichtete. Nun macht der Bus unterhalb des Gipfels Endstation.

Vielleicht ist es aufgrund des immer noch ausgezeichnet ausgebauten ÖV-Netzes sowieso besser, in der Nordwestschweiz zu bleiben. Da aber ist mir ein weiteres Mail eingefallen, das auf das Fünfjahresjubiläum des «Parks der Sinne» im südbadischen Kurort Badenweiler verweist. Das ist ein fünf Hektaren grosser Landschaftspark mit 22 Sinnesinstallationen rund um das Tasten, Sehen, Hören und Riechen.

Spirale mit Tiefeneffekt auf der Seh-Achse: Beim Blick in die drehende Spirale verkleinert sich das Innere. Durch optische Täuschung entsteht somit ein Tiefeneffekt. Betrachtet man anschließend die Umgebung, vergrößern sich die Gegenstände.

Spirale mit Tiefeneffekt auf der Seh-Achse: Beim Blick in die drehende Spirale verkleinert sich das Innere. Durch optische Täuschung entsteht somit ein Tiefeneffekt. Betrachtet man anschließend die Umgebung, vergrößern sich die Gegenstände.

Zur Feier des Jubiläums wird die neue Sinnesstation «Steinpendel» eingeweiht. «Sie besteht aus einem Felsbrocken, der an einer Trosse hängt und frei hin und her schwingt. Beim Sitzen auf dem Felsen schwindet das eigene Gewicht, und man schwingt wie auf einer Wolke», so die Medieninformation.

Die schon bestehenden Exponate sind in vier Sinnesachsen angeordnet: die Seh-Achse mit sieben Stationen, die Resonanz- und Hörachse mit sechs Stationen, die Gleichgewichts- und Tast-Achse mit vier Stationen. Am Vorabend zur Festveranstaltung gibt es am Freitag, 10. Juni, um 20 Uhr im Kurhaus noch ein Kolloquium, bei dem Persönlichkeiten wie Rüdiger Safranski zum Thema Wahrnehmung und Sinne sprechen. Hört sich spannend an. Der einzige Nachteil: Nach Badenweiler kommt man am bequemsten mit dem Auto, zumal der SBB-Onlinefahrplan sich zur Destination ausschweigt.

Autor

Peter Schenk

Peter Schenk

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