Einen «rechtsfreien Raum». So nannte Justizdirektor Baschi Dürr (FDP) die Plattform vor der Muttenzerkurve. Das war wenige Tage nach den Ausschreitungen vom 10. April. Die Randale nach dem Spiel des FC Basel gegen den FC Zürich brachten Dürr dazu, Massnahmen anzukündigen, um der Situation dort Herr zu werden. Dort, wo Polizei und Staatsanwaltschaft ihm zufolge keine Macht hätten, denn dies ist ja die Bedeutung eines rechtsfreien Raums.

Nun soll mittelfristig eine Bar für Ruhe sorgen, von Fans betrieben. Urheber der Idee: die Muttenzerkurve. Das verspricht mehr Erfolg als zusätzliche Kameras. Vielerorts war wohl ein härteres Durchgreifen gegen gewaltbereite Fussball-Fans erwartet worden. Dürr hingegen setzt auf den Dialog und den Austausch.

Das lässt sich bei einigen Wählern wohl nicht so gut verkaufen wie die Forderungen von SVP-Vize Eduard Rutschmann und sein Begehren, Verdächtige einfach ohne Urteil länger in U-Haft zu behalten. Es ist aber der richtige Weg, auf den Dialog und das Einbeziehen von Fans zu setzen. Das entspricht dem Basler Weg, der schon seit einigen Jahren gegangen wird und der auch genauso lange schon zu Erfolgen in der Bekämpfung von Fan-Gewalt führt.

Es ist richtig, dass Dürr nun nicht den Zweihänder auspackt. Er nimmt damit ein Stück weit Abstand von seinen Äusserungen nach den Ausschreitungen. Dennoch ist es ihm anzurechnen, dass er seinen eigenen Worten nun nicht Taten in der gleichen Härte folgen lässt.