Das Urteil des Bundesgerichts zum «Barracuda-Raser» lässt ein schauderhaftes Bild der Baselbieter Justiz entstehen: Eine Staatsanwaltschaft, die absichtlich schlechte Anklageschriften verfasst, um nach ihrem Gusto Freisprüche zu erwirken. Gerichtsinstanzen, die sich um das Anklageprinzip foutieren und nach eigenem Gutdünken davon abweichen.

Recherchen geben Entwarnung: Die vom Bundesgericht aufgezeichnete Reihe von Fehlern können zwar als Absicht erscheinen, da die Konfliktlinien exakt entlang den seit Jahren schwelenden und bereits dokumentierten Auseinandersetzungen in der Baselbieter Justiz verlaufen. Doch ursächlich scheinen handwerkliche Fehler zu sein; ein falsch verschicktes Dokument, ein unkontrolliertes Copy-Paste-Verfahren bei der Abfassung von Urteilen.

Natürlich wäre die Lage gravierender, würde ein systematisches Gegeneinander das Justizsystem torpedieren. Doch wirklich beruhigen mag die Fehlerhäufung durch alle Instanzen nicht. Denn sie ist nicht auf diesen einen Fall beschränkt, sondern zieht sich durch. Immer wieder kommt es zu Freisprüchen aufgrund mangelhafter Anklageschriften. Und wer mit Exponenten der verschiedenen Institutionen spricht, der ist rasch beim Thema mangelhafte Qualität der Akteure. Dies schadet den Institutionen und damit dem Rechtsstaat.

Das Bundesgericht hat mit seinem Urteil vielleicht etwas kurz geschossen. Vorbei hat es dennoch nicht gezielt.