Kommentar

Ein Erfolgsmodell – aber nicht für alle

Das «Erfolgsmodell» internationaler Firmen stellt kleinere Firmen vor existenzielle Probleme. (Symbolbild)

Das «Erfolgsmodell» internationaler Firmen stellt kleinere Firmen vor existenzielle Probleme. (Symbolbild)

Gewerkschafter streben in Basel einen Paradigmenwechsel an: Bisher einigten sich die Arbeitnehmer und Arbeitgeber darauf, wie hoch die Mindestlöhne in den verschiedenen Branchen sind. Damit soll Schluss sein: Eine Initiative verlangt, dass künftig 23 Franken pro Stunde bezahlt werden. Das sind fast fünf Franken mehr als gewisse Coiffeusen und Gärtner heute verdienen.

Die Chefs florierender internationaler Firmen laufen Sturm. Sie fürchten um ihr «Erfolgsmodell» der hiesigen Wirtschaft. Und ignorieren, dass Stundenlöhne unter 20 Franken Betroffene vor existenzielle Probleme stellen. Kein Vollzeitbeschäftigter, der Sozialhilfe beziehen muss, spricht hier von einem Erfolgsmodell.

Es ist unbestritten, dass die Margen in gewissen Branchen klein sind. Es gibt sie zuhauf: Die Firmenchefs kleiner Gastrobuden und Coiffeursalons, die selbst jeden Rappen umdrehen müssen. Sie und ihre Angestellten sind es, auf die wir in der Debatte um den Mindestlohn hören müssen – auf die weltfremde Rhetorik von Bankenchefs können wir verzichten.

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