Der Basler Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger wird die Verschnaufspause brauchen können. Auch wenn Skepsis und Kritik an der geplanten gemeinsamen Spitalgruppe bis weit ins bürgerliche Lager unüberhörbar war, sprach sich letztlich eine überraschend deutliche Mehrheit des Parlaments für die Fusionspläne aus. Begeisterung für den Kompromiss war aber kaum zu spüren. Stattdessen debattierte man darüber, ob es eine Kröte oder ein Fröschlein ist, das man schlucken müsse und ob man besser von einer «Zweckehe» oder einer «Zwangsheirat» sprechen solle. Trotz ihrer Niederlage gaben die Gegner der Spitalgruppe ein deutlich einheitlicheres Bild ab. Während sich die Befürworter bemühten, die Vorteile des Kompromisses zu betonen, konnten die Kritiker ihre Punkte klar darlegen. Mit Blick auf die anstehende Abstimmung im Stadtkanton muss man die Ausgangslage momentan als völlig offen bezeichnen.

Dann wird es nicht um Begriffe wie Fallzahlen und Mitbestimmungsrechte gehen. Die Hauptfrage ist folgende: Warum wollen dieselben Kreise, die vor vier Jahren die Fusionsinitiative mit allen Mitteln bekämpft und seither die bikantonale Zusammenarbeit bei Universität und Kultur auf eine Frage des eigenen Portemonnaies reduziert haben, nun unbedingt diese Zusammenarbeit?
Da wird bei manchem Basler der Verdacht aufkommen, dass die Vor- und Nachteile der Spitalgruppe nicht gleichmässig verteilt sind. Diesen Eindruck stützen mehrere Punkte, etwa dass Basel-Stadt mehr Vermögenswerte einbringt, mehr finanzielles Risiko trägt, aber die Baselbieter ein Vetorecht haben. Oder die beiden kostentreibenden «Problemspitäler» Bruderholz und Laufen, die nur aus regionalpolitischen Gründen beibehalten werden sollen. Die geplante Partnerschaft glaubwürdig zu vermitteln, wird nach der Baselbieter Politik der vergangenen Jahre nicht einfach sein. Das knallharte Kalkulieren in Liestal könnte sich rächen.