Im Umgang mit «Sharing»- und «Plattform-Economy» sind Behörden gewöhnlich rasch überfordert. Es scheint, als könnten sie einfach nicht mithalten mit der Geschwindigkeit, mit der Uber und Co. die Märkte umpflügen. Es werden Musterprozesse geführt, die durch alle Instanzen Jahre dauern, und damit erst greifen, wenn sich die Anbieter längst etabliert haben. Und damit bei der Bevölkerung derart nachgefragt sind, dass sie nicht mehr «abgeschafft» werden können.

Umso bemerkenswerter ist der Ansatz, den die Basler Behörden im Umgang mit Airbnb wählten. Denn der Milliardenkonzern, der sich ebenfalls nicht als Hotelanbieter mit Angestellten, sondern lediglich als Vermittlungsplattform sieht, ist dank «Basel Card» und Gasttaxe komplett unter behördlicher Kontrolle. Dies ist nur möglich, weil die Vorzüge der «Basel Card», Gratis-öV und halber Eintrittspreis in alle Museen, derart verlockend sind, dass sich das Angebot herumspricht. Mit jedem Tourist, der nach der Karte fragt, erhöht sich der Druck auf die Gastgeber, eine solche auszustellen. Und dies können sie nur, wenn sie sämtliche Gäste den Behörden melden.

Basel-Stadt schlägt damit zwei Fliegen auf einen Schlag: Einerseits kann der Kanton damit kontrollieren, ob Airbnb den korrekten Gasttaxen-Betrag überweist, weil dieser mit der Anzahl abgesetzter «Basel Cards» übereinstimmen muss. Und andererseits, ob gewerbliche Airbnb-Anbieter registriert sind und private Anbieter die durch die Vermietungen erzielten Einkünfte bei der Steuererklärung deklarieren.