Es ist keine einfache Aufgabe, zu sparen, ohne sich unbeliebt zu machen. Das müssen Landrat und Regierung immer wieder von Neuem erfahren. Auch mit dem Kommissionsbericht zum 8. Generellen Leistungsauftrag im öffentlichen Verkehr dürfte es sich nicht anders verhalten. Denn die landrätliche Bau- und Planungskommission (BPK) möchte auf Kosten des Unterbaselbiets vom Abbau bedrohte Buskurse im Oberbaselbiet erhalten. Im BPK-Bericht steht dazu unter anderem, dass dies ein «Akt der innerkantonalen Solidarität» wäre.

Dieser Schuss könnte aber nach hinten losgehen. Denn die Gemeinden im Unterbaselbiet leisten bereits einen beachtlichen «Akt der innerkantonalen Solidarität», der ihre Budgets immer wieder in Schieflage bringt: Sie zahlen jährlich hohe Beträge in den Finanzausgleich ein. Trotzdem finden ihre Wünsche auf kantonaler Ebene oft wenig Beachtung. Da ist das Ausspielen von Ober- gegen Unterbaselbiet ein gewagtes Experiment.

Jüngst beklagte sich der Therwiler Gemeindepräsident und Vorsitzende der Plattform Leimental, Reto Wolf, in der bz über fehlende Solidarität seitens des Oberbaselbiets. Zur Tatsache, dass es vor allem Oberbaselbieter Politiker waren, die dem Gemeinderegionengesetz eine Abfuhr erteilt haben, meinte er: «Es ist nicht gerade ein Steilpass für eine vertiefte Zusammenarbeit, und vielleicht sind wir in Zukunft etwas egoistischer unterwegs als bisher.»

Dass nun über einen Abbau von Buslinien im Unterbaselbiet diskutiert werden soll, ohne dass sich die betroffenen Gemeinden im Vorfeld dazu hätten äussern können, dürfte bei diesen nicht gut ankommen. Es darf gar mit heftigem Widerstand gerechnet werden – mit solchem, der die besagte «innerkantonale Solidarität» wohl weiter strapaziert.