Im Klybeck gibt es einen neuen Grossgrundbesitzer, die Central Real Estate Holding. Wer dahinter Finanzinvestoren vermutet, die eine Rendite auf das eingesetzte Kapital erwarten, liegt absolut richtig. Selbstredend sollte sich mit einem alten Industrieareal, das intelligent aufgewertet wird, Geld verdienen lassen.

Wer hinter den Investoren blosse Spekulanten wittert, die der öffentlichen Hand ein Renditedenken aufzwingen, liegt aber doppelt falsch. Zum einen, weil es sich beim eingesetzten Kapital grossteils um Versicherungs- und Pensionskassengeld handelt, dessen kluge Anlage durchaus im Interesse der Versicherten ist. Zum anderen, weil der Planungsprozess, wie das Areal zu einem neuen gemischten Stadtteil wird, ohnehin politisch gesteuert und damit demokratisch legitimiert ist.

Dass dies in weiten politischen Kreisen anders und der Staat gerne als Käufer gesehen wird, hängt auch mit dem verpatzten Rosental-Deal zusammen. Dieses Industrieareal war zunächst an so anonyme wie untätige Investoren mit Sitz in Gibraltar verschachert und der übertölpelte Kanton auf die Zuschauertribüne verbannt worden. Erst als er es Jahre später selbst erwerben konnte, wurde der Kanton wieder handlungsfähig.

Das Rosental ist mit dem Klybeck aber nicht zu vergleichen. Hier hat sich der Kanton zentrale Teilareale bereits frühzeitig gesichert und für die Entwicklung die volle Handlungshoheit. Nach dem Verkauf durch Novartis hat er nun auch nicht nur solvente, sondern auch kompetente Verhandlungspartner.