Zubringer Bachgraben

Ein neues Modell der Partnerschaft

Eine Variante: Der Zubringer zum Allschwiler Bachgraben-Gebiet könnte beim Luzernerring in Basel an die Nordtangente anknüpfen.

Eine Variante: Der Zubringer zum Allschwiler Bachgraben-Gebiet könnte beim Luzernerring in Basel an die Nordtangente anknüpfen.

Es scheint grotesk: Ein Kanton baut und bezahlt im Alleingang eine Strasse, von der nur rund ein Zehntel über sein eigenes Territorium führt. Genau so ist es aber beim Zubringer Allschwil-Bachgraben. Und es wird noch besser: Ein Drittel der Strasse soll im Ausland zu liegen kommen, zudem wird Basel untertunnelt. Doch Baselland handelt klug. Den Entscheidungsträgern war klar: Soll es rasch vorwärts gehen mit dem Strassenprojekt, gibt es nur diesen Weg. Bei einer partnerschaftlichen Finanzierung hätte man sich auf endlose Debatten im Stadtkanton einstellen müssen, wohl auch auf ein Referendum. Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte wären verstrichen.

Dieses Szenario vor Augen, schlug Baselland ein neues Kapitel der Zusammenarbeit bei Verkehrsprojekten auf. Die Vorgehensweise lautet: Wir wollen etwas, also bezahlen wir es. Die Nutzniesser, in diesem Fall die elsässischen Partner und Basel-Stadt, brauchen nur noch Ja zu sagen. Dem geschenkten Gaul schauen sie nicht ins Maul – sie sind ja nicht blöd. Bemerkenswert ist auch die Aufgabenteilung: Baselland baut die Strasse, Basel-Stadt plant die Tramverlängerungen.

Abzuwarten bleibt, wie die notorischen Strassenbau-Gegner im Landkanton das Zubringer-Projekt aufnehmen. Der Anti-Strassen-Reflex ist programmiert. Baselland wäre gut beraten, dafür zu sorgen, dass Basel-Stadt bei der öV-Erschliessung ein hohes Tempo an den Tag legt. Denn eines steht fest: Der Bachgraben ist zwar wirtschaftlich ein Hot-Spot der Region – bei der Erschliessung jedoch tiefste Provinz.

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