Parlamentarische Debatten dümpeln häufig genug auf bescheidenem Niveau. Diese Vorhaltung muss sich SVP-Grossrat Beat Schaller nicht machen lassen. Was er als Sprecher seiner Partei in der Klimadebatte des Basler Grossen Rates formulierte, hatte Klasse: Es war ein stolzes Stück Demagogie.

Gegen sein Hauptanliegen, ein Kantonsparlament leide an Selbstüberschätzung, wenn es eine «Klima-Resolution» verabschiede, ist dabei nichts einzuwenden; dieser Ansicht kann man durchaus sein. Seine Herleitung ist jedoch abenteuerlich und seine Argumente sind dem Versatzkasten jener neuen Kaste von Bürgern entnommen, die sich ihre Welt zusammenbasteln, wie es ihnen gerade gefällt.

Wenn ihm die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Weltklimaorganisation IPCC missfallen, deren Haltung von einem Grossteil der Wissenschafter geteilt wird, so delegitimiert er die Organisation als politisches Gremium, das sich wissenschaftlich diskreditiert habe. Gleichzeitig fordert er die Politik auf, sich nicht über das Klimathema zu erhitzen, sondern dieses Feld der Wissenschaft zu überlassen. Was nun, Herr Schaller?

Ein Stück Polemik gehört zum politischen Geschäft. Der politische Diskurs lebt davon, dass Parteien mit Worten fechten, ihre Weltsicht zur richtigen erheben wollen und dabei nicht sonderlich zimperlich sein müssen. Polemik dient der Zuspitzung der Argumente, Demagogie zielt jedoch auf Verführung. Ein bescheidenes Niveau in Parlamentsdebatten hat auch seine Vorteile.