Es hätte doch so schön sein können. Auf einem vorderen Sitzplatz im Public Viewing das packende Achtelfinale zwischen unseren Schüttelern und den Schweden verfolgen – mit einem Happy End für Rotweiss. Denkste!

Schon weit vor Beginn des Spiels der Spiele für die Schweizer an dieser Weltmeisterschaft war der Vorplatz des Kulturhotels Guggenheim am Liestaler Wasserturmplatz proppenvoll. Vor der grossen Leinwand sassen und standen Hunderte im Fussball-Fieber. Keine Chance mehr für eine Sitzgelegenheit. Immerhin: In der hintersten Reihe bekomme ich auf gestreckten Zehen die ersten 35 Minuten der alles andere als mitreissenden Partie mit. Dann plötzlich: Mattscheibe pur. Kein Bild, kein Ton mehr. Die Fussballer sind vom Monitor verschwunden, Sascha Ruefer ist verstummt. Gut, es steht ja noch 0:0.

Ein paar Restaurants weiter unten im Stedtli verfolgen wir in einer Gartenbeiz die zweite Halbzeit. Das lustlose Gekicke geht weiter. In der 66. Minute der Schock: Die Skandinavier erzielen mithilfe eines Schweizer Verteidigers den Führungstreffer. Eine halbe Stunde später das ultimative Desaster: Der Ref pfeift ab. Die Schweiz verliert und ist sang- und klanglos ausgeschieden. Der Nachmittag als ein einziger Frust.

Zum Glück ist bald Abend. Nein, nicht wegen des letzten WM-Achtelfinals, sondern wegen etwas viel Kühnerem. Karl’s kühne Gassenschau spielt in Olten «Sektor 1». Meine Vorfreude auf dieses Spektakel war gross. Und ich wurde nicht enttäuscht. Das Gebotene begeisterte mich restlos. Schauspieler bringen im Gegensatz zu Fussballern meistens ihre volle Leistung.