Frauen in Basler Zünften

Eine Chance

Sollen auch Frauen ein Recht auf einen Eintritt in Basler Zünfte haben?

Sollen auch Frauen ein Recht auf einen Eintritt in Basler Zünfte haben?

Die Debatte ist emotional, laut und driftet allzu schnell auf gesellschaftliche Dogmen ab: Sollen Politiker Basler Zünften vorschreiben, Frauen aufzunehmen? Für eine Antwort braucht es ein bisschen Vorwissen: Die Basler Zünfte und Ehrengesellschaften sind der Bürgergemeinde angegliedert. Diese ist per Gesetz nicht nur die Revisionsstelle, sie gibt ihnen etwa auch Auskunft darüber, ob ein Gesuchsteller die Wohnsitzpflicht erfüllt. Lange hatten solche Gesellschaften mehr Aufgaben, als einzig das Bewahren ihres Fortbestandes, oder euphemistischer: den Erhalt der Tradition. Heute sind Zünfte und Gesellschaften mehr Freizeitbeschäftigung als staatstragende Institution.

Das verkennen paradoxerweise gerade die Bürgerlichen, und reagieren entsprechend empört auf die Neuerungen vonseiten der SP. Doch sie sind selber schuld. Sie hätten sich selbst schon lange vom Staat emanzipieren müssen, um sich jetzt der weiblichen Emanzipation verwehren zu können. Aber ein bisschen Staat und dessen Regeln nicht akzeptieren, das geht nicht ewig gut.

Hat der Entscheid nun wirklich Konsequenzen? Jein. Um Frauen den Zugang juristisch zu ermöglichen, bräuchte es mehr. Die Gesellschaften müssten ihr Aufnahmeprozedere stark ändern. Mit rekursfähigen Absagen statt dem Abschieben auf die Warteliste. Und ob sich je eine Frau die Chance auf eine bierselige Runde ihr feindselig gesinnter Männer bis vors Bundesgericht erstreiten will? Da wäre es doch einfacher, die Männer verstünden den Wink mit dem Zaunpfahl als Chance, jetzt auf Frauen zuzugehen. Denn irgendwann wird es zu eng für einen eigenen Schritt.

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