Starkes Verwaltungspersonal ist für eine Gemeinde ein Segen. Weil die meisten Gemeinderäte ihr Amt nur nebenberuflich ausüben und nicht über jeden Vorgang auf der Verwaltung im Bilde sein können, braucht es Angestellte, die sich selbstständig, bestimmt und engagiert in die Geschäfte der Verwaltung hineingeben.

Für eine Gemeinde ist es deshalb ein Glücksfall, wenn sie einen Verwalter findet, der sich so für die Geschicke der Gemeinde einsetzen will. Dass die Linie zwischen engagiertem Erledigen der Arbeit und politischer Einflussnahme da nicht immer trennscharf ist, liegt auf der Hand. Doch die Vorwürfe, die gegen den Gemeindeverwalter von Allschwil erhoben werden, liegen längst nicht mehr im Graubereich. Mit selbstbewusstem Auftreten und grossem Engagement für die Gemeinde haben sie nichts mehr zu tun. 

Sollten die erhobenen Vorwürfe tatsächlich stimmen, wäre dies äusserst bedenklich. Denn dann geht es um weit mehr als um personelle Unstimmigkeiten, sondern um die Grundsätze der Demokratie. Das Volk wählt bewusst Gemeinderäte, um die strategische Planung für den eigenen Wohnort zu übernehmen. Wird dieser Auftrag nicht zur Zufriedenheit erfüllt, können die Einwohner die Amtsinhaber spätestens nach vier Jahren wieder in die Wüste schicken. 

Einen Gemeindeverwalter aber kann das Volk weder wählen noch abwählen. Deshalb ist es für das Vertrauen der Einwohner in die Politik essenziell, dass gewisse Grenzen nicht überschritten werden.