Centralbahnplatz

Eine Frage der Glaubwürdigkeit

Daniel Ballmer

Eines muss man Hans-Peter Wessels lassen: Der Basler Verkehrsdirektor schafft es Mal für Mal, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. So war es bei der Affäre um die BVB-Million wie beim drohenden Denkverbot für den Gundelitunnel. Und nun könnte Wessels auch beim Centralbahnplatz das scheinbar Unmögliche noch schaffen: die fristgerechte Sanierung.

Der Centralbahnplatz hat den Ruf, die gefährlichste Haltestelle der Schweiz zu sein. Immer wieder hat der Grosse Rat Vorstösse zur Verbesserung eingereicht. Allesamt verpufften sie. Wessels wollte nie etwas davon wissen. Er wollte einzig und allein die vorgesehene Sanierung und damit seinen Willen durchdrücken. Dies sollte sogar unter Ausschluss der einspracheberechtigten Verbände geschehen – bis der Bund die Notbremse gezogen hat. Doch Wessels lachte Kritik wie so oft weg.

Nun aber ist Wessels zum Einlenken gezwungen. Einsprachen hätten die dringende Sanierung des Platzes sonst für lange Zeit verhindert. Um einen Scherbenhaufen zu vermeiden, soll nun plötzlich möglich sein, was er stets bestritten hatte: ein rasches Vorantreiben des sogenannten Euler-Gleises zur Entflechtung des Tramverkehrs auf dem Bahnhofplatz.
Ziel erreicht, frohlockt deshalb der SP-Regierungsrat bereits: Die Sanierung ist für ihn gesichert – obwohl auch wenige Tage vor Baustart die Baubewilligung noch immer nicht vorliegt.

Und doch: Wessels ist es zuzutrauen, dass er auch diesmal den Kopf aus der Schlinge zieht. Und er wird erneut alle Probleme weglachen. Glaubwürdiger wird er dadurch nicht.

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