Mit «Hühnerställe schwimmen nicht und das Leben ist keine Doku-Soap» legt Alice Gabathuler eines ihrer vergriffenen Bücher neu und überarbeitet auf. Die Schweizer Autorin, die für den Bookstar 2018 nominiert ist, schreibt normalerweise spannende Krimis und Thriller.
Mit ihrem aktuellen Buch erzählt sie eine schräge Geschichte, welche in einem kleinen Dorf in den Schweizer Bergen spielt. Protagonist ist der Jugendliche Jonas, der sich überlegen sollte, was er in Zukunft machen will. Aber seine Eltern sind zu anstrengend. Als das Dorf von einem Bergbach überschwemmt wird, spielt sein Leben plötzlich verrückt.

Seine Familie und somit auch er sollen im Mittelpunkt einer Doku-Soap fürs Fernsehen stehen. So findet er sich inmitten von Kameras und Journalisten wieder, gleichzeitig versucht er, seine Familie zusammenzuhalten. Denn seine Mutter scheint nicht mehr klar denken zu können, sein Vater ist ein Sturkopf und seine kleine Schwester will die rosa Schwimmweste nicht mehr ausziehen. Dass der Nachbar auch einen Knall zu haben scheint, setzt dem Szenario die Krone auf.

Jonas hat keinen Bock mehr. Mit Kopfhörern in den Ohren und zu den Klängen von AC/DC versucht er, wieder Normalität in sein Leben zu bringen und diese Doku-Soap zu beenden. Doch dann begegnet er Lilli, der Tochter der Fernsehmoderatorin, und er verliert sich augenblicklich in ihren Bergseeaugen…

Alice Gabathuler schreibt angenehm und ohne zu viele Ausschweifungen. Die Idee des Buches ist immer noch aktuell, und das, obschon das Buch 2009 erstmals erschienen ist. Die Autorin beweist damit, dass sie nicht nur spannungsstarke Thriller schreiben kann. Die Geschichte wirkt auf den ersten Blick verrückt und übertrieben. Doch das Leben schreibt manchmal die verrücktesten Geschichten.

«Hühnerställe schwimmen nicht» ist ein urkomischer Roman mit schrägen Charakteren, die nicht den Stereotypen entsprechen. Die Autorin führt so vor Augen, wie verschieden die Menschen sind. Ebenso zeigt das Buch die Sensationsgier. Die Geschichte begeistert, stellenweise fühlt man sich mitten ins Geschehen versetzt. Insgesamt ein starkes Buch, das ich all jenen empfehlen möchte, die gerne auch mal etwas Verrücktes lesen.