Kommentar

Eine Strategie ist nicht zu erkennen

Daniel Ballmers Kommentar über die scheinbar fehlende Strategie des Kantons Baselland zur Universität Basel

Ja, was denn nun? Geht es um die Universität beider Basel, dann senden die Baselbieter Politiker seit Monaten und Jahren immer wieder doch recht verwirrende Signale aus. Auf der einen Seite will der Landkanton mehr Mitspracherecht. Nachvollziehbar, immerhin ist die partnerschaftliche Trägerschaft mittlerweile seit zehn Jahren in Kraft. Stolze 170 Millionen Franken zahlt Baselland Jahr für Jahr an die gemeinsame Institution. Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Bestrebungen, sich vermehrt aus der Uni zurückzuziehen.

Konkret wünscht sich Baselland etwa einen eigenen Uni-Standort. Zudem unternimmt der Kanton regelmässige Anläufe, um endlich einen Sitz im Schweizer Hochschulrat zu erhalten – wenn auch bisher vergeblich. Nun soll es aber doch zumindest das Präsidium im Unirat sein. Auf der anderen Seite will das finanziell angeschlagene Baselbiet weniger für die Uni ausgeben. Ein Sparpotenzial von 25 Millionen Franken hat die Baselbieter Regierung ins Auge gefasst. Und selbst mit der Kündigung der gemeinsamen Trägerschaft wird immer wieder gedroht.

Für Aussenstehende scheinen die Baselbieter Politiker schlicht nicht zu wissen, was sie eigentlich wollen. Es scheint an einer klaren Strategie zu fehlen – oder sie ist zumindest nicht erkennbar. Wer einen Uni-Standort oder zumindest das Uniratspräsidium möchte, muss auch ein klares Bekenntnis zur gemeinsamen Hochschule abgeben. Oder er soll es denn bleiben lassen. Auf jeden Fall sollte sich der Kanton Baselland zuerst einmal klar darüber werden, was er wirklich will.

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Daniel Ballmer

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