Wer bereits eine Pensionskassenrente bezieht, hat Glück. Das Rentenversprechen, das bei der Pensionierung abgegeben wurde, muss die Pensionskasse einhalten, auch wenn die Menschen länger leben und die Renditen auf Kapitalanlagen abnehmen. Das ist gut so. Die finanzielle Sicherheit muss im Alter gewährt werden. Bloss hat das aktuelle System weitreichende Folgen für die kommende Generation. Die Renten werden auf Pump ausbezahlt. Nach Schätzungen werden bis 2,6 Milliarden Franken von Erwerbstätigen zu Rentnern umverteilt. Besserung ist nicht in Sicht. Das System droht so aus dem Ruder zu laufen.

Weil die Politik weder die Renditen erhöhen noch die Lebenserwartung verändern kann, muss sie an einer unbequemen Stelle Hand anlegen: Der Mindestumwandlungssatz, der die Höhe der Pensionskassenrenten bestimmt, muss gesenkt werden. Und zwar deutlich. Der sauberste Weg führt eigentlich über die Mathematik: Der Satz müsste je nach Rendite und Lebenserwartung regelmässig neu berechnet und angepasst werden. Politisch hat man sich auf einen tieferen Wert geeinigt. Immerhin.

Nun ist es ein Leichtes, angesichts anstehender Kürzungen «Fürio!» zu schreien, wie dies die Gewerkschaften tun. Doch sehen Parlament und Bundesrat in der Altersreform 2020 Kompensationen vor. Die AHVplus-Initiative würde Rentenverluste zwar stärker abfedern, das Problem aber nicht lösen: Weder wird die Schieflage der Pensionskassen korrigiert noch die Umverteilung zwischen Aktiven und Rentnern gestoppt. Deshalb tut eine umfassende Reform not.