Geredet wird viel über die Regio. Was das Dreiland aber wirklich zusammenschweisst, sind grenzübergreifende Brücken, Schienen und Uferpromenaden. Ein Beispiel ist die Dreiländerbrücke zwischen Huningue und Weil am Rhein. Pro Jahr strömen über eine Million Fussgänger und Velofahrer über die Brücke. Bei zwei zehntägigen Messphasen im Jahr 2018 kam man im März pro Tag auf 2750 Personen, im Juli auf fast 3800. Zu 80 Prozent sind es Fussgänger.

Gegenüber ersten Messungen 2008, ein Jahr nach der Einweihung, hätten die Zahlen zugenommen, stellt die Weiler Mediensprecherin Junia Folk fest. Im Rahmen des Projekts «Dreilandradreiseregion» soll eine feste Zählstelle auf der Brücke installiert werden.

Sollte die Rheinuferpromenade von Basel St. Johann nach Huningue ab diesem Frühjahr unter der Woche zeitweise geöffnet werden, rechnet Weil damit, dass die Velofahrer auf der Dreiländerbrücke zunehmen. Derzeit ist der Grenzübergang beim Novartis Campus wegen der Lindan-Sanierung werktags geschlossen.

Laut Basler Bau- und Verkehrsdepartement sind im Sommer auf der Schweizer Seite trotzdem ein paar Hundert Spaziergänger unterwegs. Velofahrer gibt es dann kaum. Für sie ist es unattraktiv, in eine Sackgasse hineinzufahren. An den Wochenenden fahren im Durchschnitt 680 Velofahrer pro Tag über die Promenade nach Frankreich, Fussgänger gibt es 600. An zwei Spitzentagen im April und August waren es jeweils mehr als doppelt so viele.

Die Öffnung des Uferweg könnte werktags dann erfolgen, wenn keine Schiffe mit kontaminierten Aushubmaterial beladen werden. Der Haken: Man weiss nie, wann er offen ist. Mit einer App oder Webcam liesse sich das lösen.

Viel Verbindung schaffen Schienen. Seit 2006 fahren die S-Bahnen aus Zell im Wiesental, Lörrach und Riehen direkt zum Basler Bahnhof SBB. Ende 2014 sorgte die 8er-Tramverlängerung dafür, dass Weil per Schiene an Basel angebunden ist. Ende 2017 kam mit der 3er-Tramverlängerung Saint-Louis hinzu.

Genaue Passagierzahlen für 2018 legen die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) erst Ende Februar vor. Klar aber ist, dass der 8er auch aufgrund der vielen Einkaufstouristen die best frequentierte Linie der BVB ist – geplant war das so allerdings nicht.

peter.schenk@bzbbasel.ch