Kulturleitbild

Es braucht nicht nur Geld, auch Mut

Die freie Theaterszene moniert das Ungleichgewicht. Bild aus «The Making of Americans».

Die freie Theaterszene moniert das Ungleichgewicht. Bild aus «The Making of Americans».

Das neue Kulturleitbild der Stadt ist kein mutiges Instrument. Kulturpolitik ist eine langfristige Angelegenheit. Wenn Basel wirklich «Kulturhauptstadt der Schweiz» werden will, ist eine Strategie nötig. Auch andernorts, zum Beispiel in Zürich, der grössten Stadt der Schweiz, wurde Kultur als Standortvorteil für wirtschaftliche Entwicklung längst als probates Mittel erkannt.

Das 34-seitige Papier listet die Baustellen bis ins Jahr 2025 ziemlich vollständig auf. Allen voran werden der Erhalt und die Finanzierung der Museen weiterhin zu reden geben. Aber die mögliche Schliessung des Musikmuseums steht diametral zum formulierten Ziel, dass Basel auch wieder zur international beachteten Musikstadt werden soll. Die Orchester dürfen darauf gespannt sein, was konkret damit gemeint ist. Auch die prekäre Situation der freischaffenden Künstler, der Theater- und Tanzszene ist erkannt. Sie sollen in Zukunft verstärkt gefördert werden.

Wie viel dies alles konkret kosten soll, darüber schweigt sich Regierungsrätin Elisabeth Ackermann allerdings aus. Es sei in Ordnung, wenn das Kulturbudget weiterhin fünf Prozent des gesamten Kantonsbudgets betrage. Schaut man in die Zahlentabellen im Leitbild, beschleicht einen das Gefühl, dass da mit Netto- und Bruttozahl-Jonglagen vor allem Nebelpetarden gezündet werden. Denn es ist klar: Das vorhandene Geld reicht schon für den Ist-Zustand nicht. Also wird der Soll-Zustand mehr kosten. Kulturpolitikerinnen sollten dafür ohne Wenn und Aber einstehen. Der Weg zur Kulturhauptstadt der Schweiz ist nicht nur mit Geld, sondern auch mit Mut gepflästert.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1