Grosse Sorgen kennt man in Riehen nur wenige. Und diese anzusprechen fällt den politischen Herausforderern schwer. Nur minimale Verschiebungen im Einwohnerrat und gleich vier von sechs Gemeinderäten, die im ersten Wahlgang das absolute Mehr erreichen – das überrascht daher nur bedingt. Dazu kommt Gemeindepräsident Hansjörg Wilde, der seine Wiederwahl mit komfortablem Vorsprung gleich im ersten Wahlgang schafft. Die Bürgerlichen verteidigen ihre Mehrheit im Gemeinderat damit souverän. Doch genau dies macht die Wahl von SVP-Kandidat Felix Wehrli im zweiten Wahlgang zur grossen Herausforderung. Sämtliche Exponenten der Bürgerlichen sagten ihm zwar bereits gestern ihre Unterstützung zu. Doch werden die Wähler von FDP, LDP und CVP in grosser Zahl an die Urne gehen, um den SVP-Kandidaten zu unterstützen, wenn sie doch selber all ihre Schafe bereits im Trockenen haben?

Die Wahl wird für Felix Wehrli so zur Herkulesaufgabe. Denn sowohl die SP wie auch die EVP haben ihre Ziele noch nicht erreicht. Die SP muss ihren einzigen Sitz von Guido Vogel erst noch verteidigen. Die EVP will die Doppelvertretung mit Annemarie Pfeifer behalten. SP und EVP werden sich im zweiten Wahlgang stärker gegenseitig unterstützen als das bürgerliche Lager Felix Wehrli. Denn vielen in Riehen ist die SVP noch immer ein Dorn im Auge. Dazu kommt die grünliberale Katja Christ, die aus einer Position der Stärke die lachende Vierte sein könnte. Denn sie ist für gemässigte Bürgerliche eher wählbar als Wehrli, der konsensorientiert auftritt, aber klare SVP-Werte vertritt. Christ könnte auch für Pfeifer gefährlich werden. In der Mitte ist es in Riehen eng.