Eine hervorragende Universität Basel ist das klare Ziel der freisinnigen Baselbieter Bildungspolitik. Dazu müssen auch die Finanzen stimmen. Die Universität muss für die Trägerkantone zahlbar bleiben. Mit dem vorliegenden Leistungsauftrag 2018 – 21 sind wir zwar auf dem Weg dorthin, aber noch weit weg vom Ziel. Denn nur dank dem 80-Millionen-Deal mit Basel-Stadt und den Beiträgen aus den Reserven der Uni sind die Kosten nicht markant angestiegen. Keine nachhaltige Verbesserung also.

Trotzdem stimmte die FDP vergangene Woche im Baselbieter Landrat der Vorlage zu. Warum? Der Leistungsauftrag bringt für Universität und Kantone Planungssicherheit für die nächsten vier Jahre. Diese Zeit braucht es, um nachhaltige strukturelle Verbesserungen durchzusetzen.

Die Universität gleicht einem trägen Dampfer, der nur langsam in andere Bahnen gebracht werden kann. Die kommenden vier Jahre sind entscheidend. Die Regierungen verhandeln den Univertrag neu aus, mit dem Ziel einer definierten Eignerstrategie. Die Universität leitet daraus ihre neue Strategie ab. Die FDP Baselland verlangt radikal verbesserte, schlanke Strukturen – und eine glasklare Rolle für unseren Kanton als gleichberechtigten Partner. Wir erwarten Innovation und Courage: Weg mit alten Zöpfen! Nur so wird die Uni Basel global zu den Besten gehören. Das muss auch Christoph Eymann, der ehemalige Vorsteher des Basler Erziehungsdepartements, zur Kenntnis nehmen.

Apropos alter Zopf: Entspricht das traditionelle Idealbild einer Volluniversität überhaupt noch den Bedürfnissen der heutigen Wirtschaft und Gesellschaft? Oder sollten sich Hochschulen nicht vielmehr diversifizieren und spezialisieren? Oder Kooperationen eingehen? Aus Sicht der FDP sind die zahlreichen Volluniversitäten in der kleinräumigen Schweiz nicht zukunftsfähig. Nicht jeder Standort muss alles anbieten. Schweizer Universitäten müssen zusammenarbeiten. Sie stehen nicht länger im Wettbewerb untereinander, sondern müssen sich nebeneinander im internationalen Wettbewerb behaupten. Das brächte Einsparungen und langfristige Wettbewerbsfähigkeit ohne Bildungsabbau.

Ein Wort zu den Studiengebühren. Diese betragen aktuell 850 Franken pro Semester. Diese anzuheben sei unmöglich, protestieren die Linken und alt Regierungsrat Eymann. Unverständlich, wenn man sich vor Augen führt, dass für einen Primarschüler ein Semester Musikschule mit einer Lektion pro Woche über 1000 Franken kostet. Also weg mit der nicht mehr passenden These, dass höhere Studiengebühren tabu seien. Erhöhen wir diese um 400 Franken, führt das zu Mehreinnahmen von 8 Millionen Franken pro Jahr. Ein willkommener Beitrag zu gesunden Finanzen ohne Bildungsabbau.

Regierungen und Universität sind sich einig: im Bereich Immobilien müssen tiefgreifende Veränderungen vorgenommen werden. Auch da erwarte ich eine Kostenreduktion ohne Beeinträchtigung der Bildungsqualität. Die FDP unterstützt die Baselbieter Bildungsdirektorin Monica Gschwind voll und ganz darin, Life Science als Kernthema der Universität Basel festzusetzen. Wir brauchen eine Uni, die unseren spezifischen Wirtschaftsstandort berücksichtigt und stärkt. Wir zahlen mit und wir bestimmen auch mit. Das ist «euseri» Universität.