Basel-Stadt ist kriminellster Kanton – jetzt muss gehandelt werden!», empört sich die
SVP. Die Kriminalstatistik zeigt einen Anstieg bei der Gewalt gegen Polizisten, mehr Drogendelikte und eine Zunahme der Tötungsdelikte um 300 Prozent. Krass, da ist Detroit ein Kuschelnest dagegen, oder? Nein. In Basel-Stadt wurden 2017 drei Menschen getötet, 2016 keiner. Die 300 Prozent relativieren sich mit der Deliktzahl. Jeder Mord ist einer zu viel. Doch gibt es auf der Welt einen Staat, wo nicht getötet wird? Falls ja, leben dort Menschen?

Die SVP will mehr Polizei, schnellere Verfahren, Videoüberwachung und «Schritte im Bereich der Ausländerkriminalität». Wie immer sind Ausländer schuld an einem gesellschaftlichen Problem. Und nie die Umstände, in diesem Fall der Stadtkanton. Sprich: die Dichte der Bevölkerung, die Dichte der Partys, die Dichte reicher Leute, die Betrüger und Diebe anlocken. Wie immer klammert die SVP Tatsachen aus: In einem Landkanton ohne Grossstadt und mit mehr Kühen als Menschen werden naturgemäss weniger Drogen konsumiert. Und kein Globalisierungsgegner demonstriert im Berner Oberland gegen die bösen Kapitalisten. Und wo, wenn nicht an solchen Anlässen, bespucken Leute Polizisten oder bewerfen diese idiotischerweise mit Flaschen? Bestimmt nicht am Lido von Ascona.

Die SVP macht sich lächerlich mit ihren Parolen. Will sie stark bleiben, muss
ein neues Konzept her. Kriminalität bekämpfen andere – und das meist gut.