Stadtgespräch auf dem Veranstaltungsportal Ron Orp: «Ist die Schweiz schon bereit für das Thema Co-Elternschaft?» «Was ist das für eine neue Idee?», frage ich und stürze mich in die wissenschaftlich höchst verwirrende Recherche verschiedener Diskussionsforen. Es stellt sich heraus: Co-Eltern zeugen – meist im Glas, denn sonst wird es emotional kompliziert – zusammen ein Kind, obwohl sie nur eine Freundschaft und keine Paarbeziehung oder Ehe verbindet. Alle Probleme gelöst? Ein Wunschkind vom Saufkollegen und dabei Zeit für die Superkarriere und absolute sexuelle Freiheit. Hatten unsere Mütter diese Vision vor Augen, als sie ihre BH verbrannten? Oder sind wir mittlerweile einfach beziehungsunfähige Egoisten geworden, die alles haben, aber für nichts kämpfen wollen, und das dann als modernen Lebensstil zelebrieren?

Ich persönlich halte nichts von dieser Idee, weil in meinen Augen ein Kind kein Lifestyle-Artikel ist. Ausserdem weicht die Realität des Elternseins sicher deutlich von romantischen Kinderwunsch-Vorstellungen ab. Ein emotional stark verbundener Partner wäre für mich dabei unverzichtbar. Aber ich komme immer wieder zum Schluss: Wer die Möglichkeit einer liebevollen, aber logischerweise konfliktanfälligen Familie aufgeben will, beziehungsweise lieber mit dem besten Freund als dem Ehemann über Erziehung streitet, soll das dürfen. Wirklich emanzipiert wäre es doch, wenn es jedem und jeder selber überlassen wird, wie man seine Beziehungen leben will, ohne dass andere sich benötigt fühlen, einen dafür zu verurteilen.