Kommentar

Fehlmann als Fehlbesetzung

Marc Fehlmanns Ära als Direktor des Historischen Museums Basel hat ein Ende gefunden.

Marc Fehlmanns Ära als Direktor des Historischen Museums Basel hat ein Ende gefunden.

Die unruhige, gar explosive Ära von Marc Fehlmann hat ein Ende gefunden. Und das ist gut so. Nicht, dass es dem Direktor des Historischen Museums an Inspiration oder Fachwissen für das Haus gefehlt hätte. Im Gegenteil. Der Mann hat vor Ideen gesprüht, hat der schläfrigen Institution Leben eingehaucht, hat sie inhaltlich auf die Höhe der Zeit gebracht.

Das Problem lag woanders: Fehlmann war in seinem Verständnis von Führung und unternehmerischem Handeln für diese Art von Institution eine Fehlbesetzung. Ein staatliches Museum ist eingebettet in eine komplexe politische und gesellschaftliche Struktur. Es braucht Fingerspitzengefühl, um die Handlungsspielräume auszuloten, um das Haus darin zu positionieren.

Fehlmann hat sich mit seiner draufgängerischen Art darin verrannt und hat durch fehlende Sensibilität auch unter seinem eigenen Team nur böses Blut erzeugt. Bis zum Schluss wollte er ausserdem nicht einsehen, dass ein staatliches Museum gerade beim Einholen von Drittmitteln strengeren ethischen Prinzipien unterliegen muss als ein privat finanziertes.

Ein schlechtes Licht wirft die Causa Fehlmann aber auch auf das Präsidialdepartement. Obwohl die Entlassung des Direktors längst unabwendbar war, wurde im Rathaus laviert, wurden Maulkörbe verteilt, klare Worte vermieden. Es wäre gut, wenn der Neustart im Historischen Museum mit einem Neustart im Präsidialdepartement verbunden wäre. 

Autor

Patrick Marcolli

Patrick Marcolli

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