Benjamin Wieland kommt in seiner Analyse in der bz vom 12. Dezember zu den jüngsten Entwicklungen im Hafen Birsfelden zu einem ernüchternden Fazit: Aus der Traum vom schönen Wohnen, Leben und Arbeiten am Rhein. Nun, ich mag es ihm nicht verübeln. Seit Jahrzehnten prallen im Nordosten der Gemeinde kommunale Wünsche und Realitäten der Schweizerischen Rheinhäfen (SRH) heftig aufeinander. Und jetzt soll noch eine Fischzucht auf Jahre hinaus den Raum belegen, welcher eigentlich für Wohnen am Rhein – oder besser noch: einen Jachthafen – vorgesehen war? Da liegt der Schluss nahe, man habe sich von visionären Ideen verabschiedet.

Nun, es ist glücklicherweise nicht so. Die Vision eines ultramodernen Binnenhafens, gepaart mit attraktivem Wohnen und Leben am Rhein, wird vom Kanton Basel-Landschaft und den SRH mit grossem Interesse getragen. Eine Transformation dieses Ausmasses findet jedoch nicht von heute auf morgen statt. Also nicht innerhalb von 10, sondern von 20 und mehr Jahren. Es gilt, Machbarkeiten zu prüfen und Voraussetzungen zu schaffen. Was geschieht mit den Tanklagern, welche mitten im Planungsraum liegen und eine wichtige Funktion für die wirtschaftliche Landesversorgung übernehmen? Die angesprochene Vision wird nicht real, ohne dass man auf diese und andere zentrale Fragen eine inhaltliche und zeitliche Antwort gefunden hat.

Einverstanden, im Vergleich mit der Stadt Basel und anderen vergleichbaren Hafenregionen ist man eher spät dran mit diesen strategischen Zukunftsüberlegungen. Dafür geht die Vision über das Übliche hinaus: Es soll nicht nur der Status quo angepasst, sondern zu einem veritablen Sprung angesetzt werden. Die Ambition ist, ein Gebiet zu schaffen, welches bezüglich Hafen- und Wohnnutzung neue Massstäbe setzt – unter Einbezug modernster Technologien und basierend auf anspruchsvollen ökonomischen und ökologischen Parametern.
Dass nun eine Fischzuchtanlage der Migros im besagten Gebiet quasi als «Zwischennutzung» Einzug hält, mag ob den hochtrabenden Plänen etwas deplatziert daherkommen. Sie bringt aber weder den Zeitplan durcheinander, noch hindert uns dies, die Vision umzusetzen. Im Gegenteil: Ein möglicher Partner für unsere Vision setzt auf den Standort – für uns ein positives Signal.